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Wappen der Marinekameradschaft KSS e.V. Warnemünde: Anker mit LorbeerkranzDie Geschichte von KSSKüstenschutzschiffe der Volksmarine 1956–1990
Projekt 50 · Riga-Klasse

KSS „Ernst Thälmann“

Küstenschutzschiff des Projektes 50 (Riga-Klasse), Bau-Nr. 50/1, am 15. Dezember 1956 in Saßnitz in Dienst gestellt und am 29. August 1977 außer Dienst gestellt.

Klasse
Riga-Klasse (NATO) · Projekt 50
Typ
Küstenschutzschiff; in der sowjetischen Seekriegsflotte als Wachschiff (SKR) geführt
Bordnummern
1-61, 401, 101, 121, 141
Sowjetischer Name / Baunummer
„Oljen“ (Hirsch), sowjetische Baunummer 120; Schiffbau-Nr. S-118; deutsche Bau-Nr. 50/1
Bauwerft
Kiellegung 22. August 1954, Werft Nr. 820 in Kaliningrad
Stapellauf
29. April 1955; Übernahme durch die sowjetische Seekriegsflotte 27. August 1955; Dienst in der Baltischen Flotte 6. September 1955 bis 27. Februar 1956, in der Nordflotte 20. März bis 14. Juli 1956
Indienststellung
15. Dezember 1956 in Saßnitz
Außerdienststellung
29. August 1977
Stützpunkt
Saßnitz; mit Verlegung der Abteilung im Oktober 1965 Warnemünde
Verband
6. Flottille (1956–1959), KSS-Brigade (ab 1. Januar 1960), Selbständige KSS-Abteilung (ab 31. Dezember 1961), ab Oktober 1965 unter der 4. Flottille

Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus den Broschüren der Marinekameradschaft KSS e.V. Die Quelle ist jeweils genannt.

Bordnummern

Das Schiff führte nacheinander die Bordnummern 1-61, 401, 101, 121, 141. Die Wechsel sind in KSS-Broschüre Teil 5, „KSS Pr. 50: Unterstellung, Status des Truppenteiles, Bordnummern“ von Manfred Kretzschmar und Hans Steike und in der Ereignistafel dargestellt.

Anmerkung des Archivs: Die Ereignistafel nennt den 29. August 1977, der Beitrag „Historie des Projektes 50“ (Teil 11) den 31. August 1977.

Kommandanten

von bis Dienstgrad und Name Bemerkung
1956 1958 Korvettenkapitän Kurt Hollatz verstorben 1968
1958 1961 Kapitänleutnant Hermann Strecker verstorben 28.6.97
1961 1965 Kapitänleutnant Werner Ebert
1965 1966 Korvettenkapitän Karl-Heinz Kremkau
1966 1970 Kapitänleutnant Peter Dölling verstorben 11.5.00
1970 1976 Kapitänleutnant Peter Kühn
1976 1977 Kapitänleutnant Manfred Eisenhut

Quelle: KSS-Broschüre Teil 2, Anhang 2 (BCH’s, ACH’s, Kommandanten Pr. 50 und 1159). Der Dienstgrad gilt für den Antritt der Dienststellung.

Aus der Ereignistafel

  • Okt. 25. Befehl 205/56 des Chefs der SSK. Demnach ist ab Ausbildungsjahr 1956/57 in den SSK eine neue Struktur einzuführen. Unter Buchstabe F wird eine 6. Flottille genannt, der u. a. 2 KSS (1-61 bis 1-62) zu unterstellen sind.
  • 10. Überfahrt nach Saßnitz, gleichzeitig Fahrterprobung mit kurzer AK-Fahrt Indienststellung der ersten beiden KSS Projekt 50 in Saßnitz: Bau-Nr. 50/1 mit Bord-Nr. 1-61 (später „Ernst Thälmann“) und Bau-Nr. 50/2 als 1-62 (später „Karl Marx“). Die Schiffe sind den Stoßkräften der Seestreitkräfte zugeordnet und dem Stab der damaligen 6. Flottille in Saßnitz unterstellt. Andere Quellen nennen die Indienststellung in Warnemünde (Pinnegraben) und sofort danach die Verlegung nach Saßnitz.
  • Juni Kommandostabsübung der Verbündeten Ostseeflotten, Teilnahme des KSS „Ernst Thälmann“ als darstellende Kraft. Nach Abschluss der Übung läuft das Schiff zur Auswertung in Baltijsk ein und verbleibt dort zwei Tage.
  • April 08. Auf dem Schiff „Ernst Thälmann“ tritt bei Masutübernahme Heizöl im Turbinenraum aus einem Peilstutzen, spritzt auf heiße Aggregateteile, entzündet sich und weitet sich zu einem Großbrand in Abteilung V aus. Die Reparatur in der Neptunwerft Rostock zieht sich bis Ende 1958 hin.
  • 1958 Mit Beginn des Ausbildungsjahres 1958/59 erhalten die KSS neue Bordnummern: 1-61 ändert sich in 401 und 1-62 in 501
  • Mai 17. Eine Delegation des ZK der SED und des Ministerrates der DDR stattet den SSK der DDR einen Besuch ab. Teilnehmer sind u. a. Walter Ulbricht, Erich Honecker, Paul Verner, Karl Mewis, Herbert Warnke. Von KSS „Ernst Thälmann“ aus beobachten die Gäste Handlungen der SSK der DDR in See.
  • Juni 27.-29. Teilnahme des KSS „Ernst Thälmann“ an der „Woche des Meeres“ in Szczecin. Der Besuch steht unter Leitung von Konteradmiral Scheffler.
  • Jan. 01. Auf Befehl des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Willi Stoph Stoph, wurde die KSS-Brigade (KSSBr) aufgestellt. Der Chef der KSSBr untersteht zeitweise direkt dem Chef der SSK. Mit Brigadebildung ändern sich erneut die Bordnummern: 50/1 behält Bordnummer 401, 50/2 erhält 601, 50/3 die Nummer 502 und 50/4 die Nummer 702.
  • Nov. 04. Teilnahme von 3 KSS (Schiff „Karl Marx“ in der Werft) an einer Flottenparade im Greifswalder Bodden anlässlich der Namensverleihung „Volksmarine” an die Seestreitkräfte der DDR durch den Minister für Nationale Verteidigung, Generaloberst Heinz Hoffmann. Das Flaggschiff des Verbandes ist das KSS „Ernst Thälmann“. KSS „Friedrich Engels“ schießt Ehrensalut.
  • Jan. 16. Verleihung der Ehrennamen an die vier KSS in Saßnitz bei Anwesenheit von Rosa Thälmann, der Witwe Ernst Thälmanns: 50/1: Bord - Nr. 401: „Ernst Thälmann“; 50/2: Bord - Nr. 601: „Karl Marx“ 50/3: Bord - Nr. 502: „Karl Liebknecht“; 50/4: Bord - Nr. 702: „Friedrich Engels“. Da sich das KSS „Karl Liebknecht“ seit Anfang Januar in der Werft befindet, nimmt dessen Kommandant, Kapitänleutnant Wittrien, das Namensschild in Saßnitz in Empfang.
  • Juli/August KSS nehmen an einer Flottenübung der VM und mit zwei Schiffen an einer gemeinsamen Reedeübung der verbündeten Ostseeflotten teil. Während der Manöver läuft KSS „Ernst Thälmann“ mit hochrangigen Militärs in Baltijsk ein. Hier rettet der Artilleriegast Stabsmatrose Fritz Butter einen Jungen vor dem Ertrinken. Er wird vom Minister für Nationale Verteidigung der DDR mit der „Verdienstmedaille der NVA“ in Bronze ausgezeichnet. Das KSS verbleibt bis zum Rücktransport der Militärdelegation in Baltijsk.
  • Dez. Überfahrt der KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ zur Modernisierung nach Kronstadt
  • Jan.-Dez. Werftliegezeit der „Ernst Thälmann“ und der „Karl Marx“ in Kronstadt. Die Schiffe erhalten den neuen Gittermast. Modernisiert wird die Ortungstechnik und die UAW-Bewaffnung.
  • Dez. 01. Die Kampfschiffe der Volksmarine erhielten eine neue Nummerierung nach Typkräften. Ab diesem Zeitpunkt führten die KSS immer mit 100 beginnende Nummern: 50/1 - „Ernst Thälmann“ Bordnummer 101; 50/2 - „Karl Marx“ Bordnummer 102; 50/3 - „Karl Liebknecht“ Bordnummer 103; 50/4 - „Friedrich Engels“ Bordnummer 104.
  • Mai 02. Mit der erneuten Formierung einer 6. Flottille als Verband der Stoßkräfte wird die SKSSA dieser Flottille unterstellt. Am Gründungsappell nehmen auch die beiden modernisierten KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ teil.
  • Juni 01.-05. Navigationsbelehrungsfahrt der „Ernst Thälmann“ und der „Karl Marx“ über Pfingsten. Die Route führt durch den Öresund entlang der schwedischen und norwegischen Küste bis Kap Lindesnaes und weiter mit Südkurs die dänische Küste entlang bis zum Feuerschiff Esbjerg. Nach Versorgung in der Jammerbucht erfolgt der Rückmarsch durch den Großen Belt.
  • Aug. 10.-16. Teilnahme der Schiffe „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ an der gemeinsamen Übung „Flut-63“ in der VR Polen
  • Juni Teilnahme der KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ an den Feierlichkeiten zur „Woche des Meeres“ der PSKF
  • 17. Zum Abschluss des Ausbildungsjahres 1963/64 zeichnet der Minister für Nationale Verteidigung das KSS „Karl Marx“ als „Bestes Schiff“ und mit der Verdienstmedaille der NVA in Bronze aus. Die GA III und V des KSS „Ernst Thälmann“ werden von ihm als „Beste Gefechtsabschnitte“ ausgezeichnet.
  • Nov. 29. Verlegung der SKSSA von Saßnitz nach Warnemünde. Führungswechsel von der 6. auf die 4. Flottille. Der Truppenteil wird nicht mehr als „selbständige“ sondern nur noch als KSSA geführt. Der Truppenteil-Status bleibt erhalten. Die Bordnummern ändern sich wie folgt: 50/1 - „Ernst Thälmann“ Bordnummer 121; 50/2 - „Karl Marx“ Bordnummer 122; 50/3 - „Karl Liebknecht“ Bordnummer 123; 50/4 - „Friedrich Engels“ Bordnummer 124.
  • Juni 15. In Begleitung von E. Honecker besichtigt eine ungarische Partei- und Regierungsdelegation unter Leitung von Janos Kadar von KSS „Karl Marx“ aus Vorführungen der Volksmarine in See. Die „Karl Marx“ wird durch die „Ernst Thälmann“ begleitet.
  • August Navigationsbelehrungsfahrt der KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ in die Nordsee. Das Überschreiten des Nullmeridians wird mit einer zünftigen Meridiantaufe begangen.
  • Nov. 03. Die KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ sind Teilnehmer einer stehenden Flottenparade aus Anlass des 50. Jahrestages der Novemberrevolution.
  • Juli 06. Während der Ostseewoche besucht Janos Kadar (1. Sekretär der ungarischen KP) die Volksmarine und weilt auch an Bord des KSS „Ernst Thälmann“.
  • Sept. 21.-27. Die KSS „Ernst Thälmann“ und „Friedrich Engels“ nehmen am Manöver des Warschauer Vertrages „Oder-Neiße” teil.
  • Juni 25.-26. Zum 25. Jahrestag der PSKF besucht ein Verband der VM unter Leitung von Vizeadmiral Ehm Gdynia. Zum Verband gehören das KSS „Ernst Thälmann“ als Flaggschiff, ein MLR, ein U-Jäger und ein MSR.
  • Okt. 10.-17. Teilnahme des KSS „Ernst Thälmann“ am Manöver „Waffenbrüderschaft“ des Warschauer Vertrages
  • Dez. 01. Umbenennung der KSSA in 4. KSS-Abteilung. Im Zusammenhang damit erhält das KSS „Ernst Thälmann“ die Bordnummer 141 und das KSS „Karl Marx“ die Bordnummer 142
  • Juli 27.-31. KSS „Ernst Thälmann“ als Flaggschiff macht zusammen mit dem UAW-Schiff „Wismar“ (Typ Hai) und dem MAW-Schiff „Bernau“ zu einem offiziellen Flottenbesuch, der von Vizeadmiral Ehm geleitet wird, in Leningrad fest.
  • Okt. 05.-09. KSS „Ernst Thälmann“ als Flaggschiff nimmt zusammen mit 2 UAW- und 3 MAW-Schiffen an einem Flottenbesuch in Gdynia teil. Leitung des Besuchs-Verbandes: Vizeadmiral Ehm. Nach Ausfall beider Maschinen muss das Schiff auf der Rückfahrt geschleppt werden.
  • Okt. 07. Stehende Flottenparade im Rostocker Stadthafen, Flaggschiff: KSS „Ernst Thälmann“
  • Juli 25.-29. KSS „Ernst Thälmann“ und das Schulschiff „Wilhelm Pieck“ sind Teilnehmer eines Flottenbesuches in Leningrad, der unter Leitung von Vizeadmiral Ehm steht. Das KSS wird in den Paradeverband zum „Tag der Seekriegsflotte“ eingegliedert.
  • Aug. 29. Als letztes Schiff des Projektes 50 wird KSS „Ernst Thälmann“ außer Dienst gestellt.

Quelle: KSS-Broschüre Teil 11, Anhang 5 (Ereignistafel, Bearbeitungsschluss Dezember 2012). Die vollständige Chronik steht unter Ereignistafel 1956–1991.

Quellen

  • KSS-Broschüre Teil 2, Anhang 1 (Taktisch-technische Daten und Bewaffnung)
  • KSS-Broschüre Teil 2, Anhang 2 (BCH’s, ACH’s, Kommandanten Pr. 50 und 1159)
  • KSS-Broschüre Teil 6, Anhang 2 (Ergänzende Daten zu den KSS Pr. 50 und 1159, Übersetzung aus dem Russischen; die Broschüre vermerkt dazu: „Eine Garantie für die Richtigkeit aller Angaben kann nicht übernommen werden.“)
  • KSS-Broschüre Teil 5, „KSS Pr. 50: Unterstellung, Status des Truppenteiles, Bordnummern“ von Manfred Kretzschmar und Hans Steike
  • KSS-Broschüre Teil 11, Anhang 5 (Ereignistafel, Bearbeitungsschluss Dezember 2012)

Geschichten und Beiträge

45 Beiträge
  • Siegfried PrinzEpisoden und GedankenBroschüre Teil 21956–1977Projekt 50

    Der ehemalige Wachingenieur und Leitende Ingenieur Siegfried Prinz beschreibt die Dampfturbinen-Antriebsanlage, die Kessel-, Elektro- und Pumpenanlage sowie die Personalstruktur des Gefechtsabschnitts V (GA-V) auf den KSS Projekt 50. Anekdoten über Heizölübernahme, Verdampferklopfen und Kesselfegen sowie die Kommandotabelle des Seeklarmachens im GA-V ergänzen die technische Beschreibung.

  • Lothar Kolditz, Fritz NaumannEpisoden und GedankenBroschüre Teil 21961–1962Projekt 50

    Lothar Kolditz erinnert sich an die einjährige Werftliegezeit der KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ zur Modernisierung in der sowjetischen Marinewerft Kronstadt 1961/62: die schwierige Überführung, Dienst und Alltag im Trockendock, Verpflegung, Freizeit, Exkursionen nach Leningrad und die Begegnungen mit der Bevölkerung. Fritz Naumann ergänzt Episoden über Sprachprobleme („Karl Murks“), die Organisation der ersten Leningrad-Exkursion und die Kuba-Krise 1962. Eine Anlage listet die ganzjährig in Kronstadt eingesetzten Offiziere und Meister beider Schiffe auf.

  • Lothar KolditzAmüsantesBroschüre Teil 21962Projekt 50

    Während der Werftliegezeit in Kronstadt entdeckt der Autor bei einer Exkursion im Park von Peterhof eine Bierbude mit tschechischem „Staropramen“. Seine Mitteilung an die tanzenden Matrosen wirkt wie ein Alarmruf – die Tanzfläche ist sofort leer und der Bierstand fest in deutscher Hand.

  • Hans SteikeAmüsantesBroschüre Teil 2Projekt 50

    Um die Disziplin der Besatzung während der Werftliegezeit der „Ernst Thälmann“ in der Neptunwerft zu erhalten, wird mit der GST ein Motorrad-Fahrschullehrgang organisiert. Das dafür nötige Motorrad beschafft der Oberbootsmann mit fingierten Billigangeboten zu einem „echten Preishammer“.

  • Hans SteikeAmüsantesBroschüre Teil 21971Projekt 50

    1971 baut die Besatzung der „Ernst Thälmann“ während der Werftliegezeit den ausgemusterten Kutter zu einem weißen Kajütboot um und tauft es „Ostseeland III“ – in Anspielung auf die Staatsjachten. Nach einer Grußbegegnung mit der echten „Ostseeland II“ setzt eine Untersuchungskommission dem Spaß ein Ende: Das Boot wird verschrottet.

  • Ulrich MädelEpisoden und GedankenBroschüre Teil 31951–1974Projekt 50

    Ulrich Mädel, erster Leitender Ingenieur des KSS 1-61 (später „Ernst Thälmann“), erinnert sich an seinen Weg vom Reichsbahn-Lehrling über die Seepolizei-Offiziersschule und das Schulschiff „Ernst Thälmann“ zur Übernahme der Küstenschutzschiffe Projekt 50 im Dezember 1956. Er beschreibt Technik und Bewaffnung des Projektes 50, die Übernahme der Schiffe von der sowjetischen Besatzung, den Dienst in Saßnitz und Warnemünde sowie seine spätere Laufbahn in den Rückwärtigen Diensten der 6. Flottille bis zur Entlassung 1974.

  • Broschüre der Politischen Verwaltung der SSK der DDR (1957)Episoden und GedankenBroschüre Teil 31957Projekt 50

    Leicht gekürzter Nachdruck eines Erinnerungsalbums von 1957 über den ersten Auslands-Flottenbesuch der Seestreitkräfte der DDR: Vom 29. Juni bis 2. Juli 1957 nahmen zwei KSS unter Leitung von Vizeadmiral Verner an den „Tagen des Meeres“ und der Flottenparade zum Tag der Polnischen Seekriegsflotte in Gdynia teil. Geschildert werden das erstmalige Setzen der Dienstflagge der DDR auf See, der Salut auf der Reede, die Parade, Empfänge und Begegnungen mit polnischen und sowjetischen Matrosen.

  • Ulrich Mädel, Horst WilhelmEpisoden und GedankenBroschüre Teil 31958, 1968Projekt 50

    Zwei Berichte über Brände auf Küstenschutzschiffen Projekt 50 in Friedenszeiten: Ulrich Mädel schildert als damaliger Leitender Ingenieur den Turbinenraum-Brand auf KSS 1-61 am 8. April 1958 in Saßnitz, bei dem während der Heizölübernahme Masut aus einem verstopften Peilrohr austrat, sowie Ursachen, Brandbekämpfung und Folgen. Horst Wilhelm beschreibt den Brand im Hilfsmaschinenraum der „Karl Marx“ 1968 im Stützpunkt Warnemünde, ausgelöst durch tropfenden Diesel auf eine heiße Abgasleitung.

  • Hans SteikeAmüsantesBroschüre Teil 31960er/1970er JahreProjekt 50

    Das KSS „Ernst Thälmann“ pflegte neben der Patenschaft mit dem Schwermaschinenbau-Kombinat in Magdeburg eine enge Verbindung zur LPG „Ernst Thälmann“ in Ziesendorf und Papendorf. Hans Steike schildert, wie der Kommandant den unbeliebten Härtetest als Vorwand nutzte, um mit über 100 Mann Besatzung einen Tag lang Steine von den LPG-Feldern zu sammeln, ein Kinderfest zu gestalten und mit den Bauern zu feiern – und kommentiert ironisch spätere Nachwende-Dokumentationen über die NVA.

  • Lothar KolditzAmüsantesBroschüre Teil 31962Projekt 50

    Während der Werftliegezeit der „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ 1962 in Kronstadt galt für Matrosen und Maate beim Landgang Alkoholverbot. Stabsmatrose Lifka wurde wegen seines heruntergezogenen Augenlids mehrfach vom sowjetischen Streifendienst als vermeintlich Betrunkener aufgegriffen, bis der Sicherheitsoffizier Kapitän Michailow die Sache klärte.

  • Armeerundschau, Betriebszeitung des Transformatorenwerkes „Karl Liebknecht“In alten Zeitschriften geblättertBroschüre Teil 41959–1968Projekt 50

    Drei Auszüge aus alten Zeitungen und Zeitschriften: Die „Armeerundschau“ 10/59 über den Einsatz von Soldaten und Matrosen bei der Störtebeker-Ballade in Ralswiek, die „Armeerundschau“ 12/60 über die Flottenparade zur Namensverleihung „Volksmarine“ am 4. November 1960 mit Ehrensalut des KSS 401, und die Betriebszeitung des Transformatorenwerkes „Karl Liebknecht“ über die Außerdienststellung des Patenschiffes KSS „Karl Liebknecht“ am 1. Oktober 1968.

  • Karl-Heinz BreitensteinAmüsantesBroschüre Teil 41956–1957Projekt 50

    Karl-Heinz Breitenstein, Angehöriger der ersten KSS-Besatzung von 1-61, erinnert sich an die Landgangslokale in Saßnitz 1956, das Verhältnis zu Fischern und Grenzsoldaten und an Kommandant Kurt Hollatz („Kuddel“). Eine Landgangsüberschreitung retten drei Matrosen, indem der Fußballer Albert Dreibrodt den Betrunkenen markiert und der Kommandant persönlich beim Anbordbringen hilft.

  • AmüsantesBroschüre Teil 41960er JahreProjekt 50

    Fortsetzung der kurzen Messe-Anekdoten aus Teil 3: Ausrutscher des PV Karl Bibow auf der „Karl Marx“, der beleibte Abteilungsingenieur „Papa“ Gerhard Wehrend bei der Kesselinspektion, als Neuerer-Verantwortlicher und bei Störungen in der Antriebsanlage, das mit Unterwasseranstrich versehene Auto des Oberbootsmanns Kupfer sowie E-Meister Udo Hoppes Katzenbraten.

  • Dieter Sperling, Siegfried PrinzAmüsantesBroschüre Teil 41963Projekt 50

    Im Herbst 1963 laufen „Karl Marx“ und „Ernst Thälmann“ bei stürmischem Südwind in den engen Saßnitzer Hafen ein. Kapitänleutnant Ebert bringt die „Ernst Thälmann“ mit „Beide AK voraus“ durch das Nadelöhr, reißt dabei vier Dalben aus und bohrt den Bug in die Holzpier, meldet aber ungerührt „Schiff fest!“. Siegfried Prinz ergänzt, wie das Splitterholz vor einem hohen Besuch verschwand.

  • Manfred Kretzschmar, Hans SteikeEpisoden und GedankenBroschüre Teil 51956–1990Projekt 50Projekt 1159Projekt 133.1

    Manfred Kretzschmar und Hans Steike rekonstruieren die Unterstellung, den Status des Truppenteils und die häufig wechselnden Bordnummern der Küstenschutzschiffe Projekt 50 von der Gründung der Seestreitkräfte 1956 bis zum Ende der Volksmarine 1990. Der Beitrag enthält die Anordnungen zur Flottillenbildung 1956, die Führungen von 6. Flottille, KSS-Brigade, SKSSA, KSSA und 4. KSS-Brigade sowie eine chronologische Übersicht aller Bordnummern der vier Schiffe.

  • Dieter SperlingEpisoden und GedankenBroschüre Teil 51961Projekt 50

    Dieter Sperling schildert die dramatische Überführung der KSS „Karl Marx“ und „Ernst Thälmann“ Ende 1961 nach Kronstadt zur Modernisierung. Nach Ausfall des Verdampfers auf der „Karl Marx“ brachen im Sturm zweimal die Schleppverbindungen, das Schiff trieb auf die Klippen der Untiefe „Kasachewitsch“ zu und wurde nur durch den ausgebrachten Anker gerettet, bevor der Schlepper „Wismar“ es in eine Bucht vor einem geheimen sowjetischen Stützpunkt brachte.

  • Richard Blumenthal, NBI (Neue Berliner Illustrierte), Ausgabe 4/65In alten Zeitschriften geblättertBroschüre Teil 51965Projekt 50

    Abschrift einer Reportage von Richard Blumenthal aus der NBI (Neue Berliner Illustrierte) 4/65 über 78 Stunden an Bord des KSS „Ernst Thälmann“ während einer Navigations-Belehrungsfahrt mit Gefechtsübung. Der Reporter erlebt Gefechtsalarme, die Abwehr eines Angriffs von TS-Booten unter Führung von Manfred Kretzschmar, Kommandant Werner Ebert und eine Übung mit simuliertem „Atomschlag“ und Entaktivierung durch ein Feuerlöschboot. Mit Fotos von Horst E. Schulze.

  • Episoden und GedankenBroschüre Teil 51966Projekt 50

    Aus dem KSS-Nachlass von Herbert Axmann, Wachtmeister auf der „Karl Liebknecht“, stammen Notizzettel zu Fußballspielen der Schiffsmannschaft im Frühjahr 1966 – gegen die Schwesterschiffe, ASG Vorwärts Rostock, Aufbau Bad Doberan II, einen sowjetischen Handelsfrachter und die TS-Abteilung. Mit Aufstellungen, Torschützen und Betreuern sowie zwei Mannschaftsfotos.

  • Siegfried Prinz, Hans Steike, Fritz SchmökelEpisoden und GedankenBroschüre Teil 51950er–1980er JahreProjekt 50Projekt 1159

    Einführung in die Melde- und Untersuchungsordnung (MUO) der NVA und vier Berichte über besondere Vorkommnisse auf KSS: ein tödlicher Verbrühungsunfall am Heißwasserboiler (Siegfried Prinz), verschwundene Lederpäckchen und Kampfanzüge bei der Außerdienststellung der „Karl Liebknecht“ 1968 (Hans Steike), die Havarie der Gasturbinen-Kupplung MRK 22 auf der „Rostock“ 1979 (Fritz Schmökel) und Fahnenfluchten Ende der 1950er Jahre, deren Hintergründe erst 2004/2005 durch Zufall bekannt wurden (Hans Steike).

  • Hartwig NiemannAmüsantesBroschüre Teil 51957Projekt 50

    Hartwig Niemann, Kesselgast und späterer Fahrmaat der Erstbesatzung des KSS 1-61, erzählt, wie er 1957 verbotenerweise mit seiner „Altix V“ Aufnahmen im Kessel- und Turbinenraum machte, von der Abwehr zur Rede gestellt wurde und Film und Bilder abgeben musste. Er vermutet, dass die in Teil 4 veröffentlichten „verbotenen Bilder“ von Klaus Maaß aus dieser Serie stammen.

  • Ulrich MädelAmüsantesBroschüre Teil 51970Projekt 50

    Ulrich Mädel erinnert sich an den „Militärisch-kulturellen Leistungsvergleich“ (Mikulei) der 6. Flottille 1970, bei dem die Rückwärtigen Dienste auf Befehl von Kapitän zur See Neumeister einen Shantychor bildeten und mit dem selbst getexteten KSS-Lied „Mit Volldampf voraus“ (nach der Melodie „Wir fuhren unter Volldampf mit der Viermasterbark“) den zweiten Platz errangen. Der vollständige Liedtext mit drei Strophen und einer 22 Jahre später ergänzten vierten Strophe ist abgedruckt; dazu Fotos einer Kulturveranstaltung von 1970.

  • Hartwig NiemannEpisoden und GedankenBroschüre Teil 61956–1959Projekt 50

    Hartwig Niemann, Matrose und Kesselgast der ersten Stunde, schildert seine Dienstzeit 1956 bis 1959 auf dem KSS 1-61: die Kesselanlage mit technischen Daten, Wartung und Alarmdienst, Landgang in Saßnitz, den ersten Auslandsbesuch in Gdynia 1957 mit dem erstmaligen Setzen der Dienstflagge, die Fahrt nach Baltijsk, das „chinesische Jahr“ sowie die Menschen an Bord wie Kommandant Hollatz, Oberbootsmann Füldner und Obermaat Lück.

  • Hans SteikeEpisoden und GedankenBroschüre Teil 61964–1985Projekt 50Projekt 1159

    Hans Steike blickt anhand seiner Fotoalben auf 18 Jahre Dienst bei den Küstenschutzschiffen zurück: Waffenleitoffizier auf der „Karl Marx“, GA-II-Kommandeur auf der „Friedrich Engels“, I. Wachoffizier, Studium an der Militärakademie, Stabschef und ab 1981 Chef der KSS-Abteilung bzw. der 4. KSS-Brigade. Er beschreibt die Außerdienststellung der Projekt-50-Schiffe, die Einführung der KSS Projekt 1159 mit Lehrgängen in Baku und Praktika in Poti, die Gemeinsamen Geschwader der Verbündeten Ostseeflotten, Manöver, Flottenbesuche und die Motive für seinen Dienst.

  • Ulrich MädelAmüsantesBroschüre Teil 61956/2006Projekt 50

    Ulrich Mädel, Fregattenkapitän (Ing.) a. D., gratuliert in einer humorvoll formulierten Grußadresse allen ehemaligen Maschinisten der KSS 1-61 und 1-62 zum 50. Jahrestag der Indienststellung am 15. Dezember 1956 in Saßnitz.

  • Helmut Bechert, Manfred Kretzschmar, Hans SteikeLeser melden sich zu WortBroschüre Teil 61962–1986Projekt 50Projekt 1159Projekt 133.1

    Der Berliner Diplomjournalist Helmut Bechert belegt mit Auszügen aus den Anordnungen AO 77/62, AO 14/63 und AO 44/86 des Chefs der Volksmarine die Systematik der Bordnummern der Küstenschutzschiffe (401/601/502/702, 101–104, 121–124) und die Einführung der KSS-Ränge 1986. Manfred Kretzschmar und Hans Steike antworten mit Definitionen der Begriffe „Bordnummer“ und „taktische Nummer“ sowie Auszügen aus der Bordnummerordnung von 1968 einschließlich der vorgeschriebenen Ziffernmaße für KSS.

  • Adolf TippachEpisoden und GedankenBroschüre Teil 71913–1990Projekt 50Projekt 1159Projekt 133.1

    Adolf Tippach zeichnet die Geschichte des Marinestützpunktes Hohe Düne in Warnemünde von 1913 bis 1990 nach: vom kaiserlichen Marinefliegerstützpunkt und Seeflug-Versuchskommando über Flugzeugbau, Fliegerschule und Fliegerhorst der Luftwaffe bis zur Nachkriegszeit und zum Aufbau der Flottenbasis West und der 4. Flottille der Volksmarine. Beschrieben werden die Bauphasen des Stützpunktes, die Veränderungen im Schiffsbestand, das Minenräumen 1963/64, die Stationierung der KSS ab 1965 sowie die Übergabe an die Bundesmarine im Oktober 1990. Mit Lageplänen und einer Übersicht der Chefs der 4. Flottille.

  • Ulrich KornEpisoden und GedankenBroschüre Teil 71961–1962Projekt 50

    Ulrich Korn, damals Gehilfe des Kommandanten und später Kommandant der „Friedrich Engels“, erinnert sich an prominente „Badegäste“ an Bord: Lotte Ulbricht bei der Ostseewoche 1961, die Boxstaffel des ASK Berlin, den Marinemaler Hans Raede mit einer Reportergruppe der Zeitschrift „Jugend und Technik“ sowie eine Journalistengruppe von rund 50 Personen im Februar 1962. Beim Einlaufen in Saßnitz bei starkem Wind kollidierte das Schiff dabei mit dem Otterkran eines MLR. Enthalten ist der Nachdruck des NBI-Artikels „Nördlich von Arkona“.

  • Karl-Heinz KremkauEpisoden und GedankenBroschüre Teil 71967Projekt 50

    Karl-Heinz Kremkau, damals Stabschef der KSS-Abteilung und Leiter des U-Jagd-Abschnitts, schildert die Orkanfahrt vom 17. zum 18. Oktober 1967 aus Sicht der Führung auf dem Führerschiff 124. Nach Abbruch der Übung südlich Bornholm gerät der Verband mit drei KSS in den stärksten Sturm der Ostsee seit 1801; auf Schiff 122 fällt der Verdampfer aus. Er zitiert Lothar Winters Erlebnisbericht aus Heft 1, beschreibt das Ankern in der Prorer Wieck, die Rückkehr nach Warnemünde und die fehlende Würdigung der seemännischen Leistung. Bitter äußert er sich über politische Bevormundung und die Bespitzelung durch das MfS.

  • Helmut BechertLeser melden sich zu WortBroschüre Teil 71958–1960Projekt 50

    Der Berliner Diplomjournalist Helmut Bechert ergänzt den Beitrag aus Heft 5 über Unterstellung, Truppenteil-Status und Bordnummern der KSS Projekt 50 mit Belegen aus Befehlen und Organisationsanordnungen der Seestreitkräfte von 1958: die Umnummerierung der Schiffe auf dreistellige Bordnummern, die Auflösung der 3. Flottille, den Stützpunkt Saßnitz und die für 1959 geplante 6. KSS-Abteilung. Die Redaktion klärt durch Befragung der Kommandanten Kretzschmar und Dembiany, dass es vor der Brigadebildung 1960 keine KSS-Abteilung gab.

  • Wolfgang FißAmüsantesBroschüre Teil 71959Projekt 50

    Wolfgang Fiß, Turbinenfahrer auf dem KSS 401, wird im Sommer 1959 mit Verdacht auf Magengeschwür ins Krankenhaus Stralsund überwiesen. Sein kerngesunder Bordkumpel „Keule“ lässt sich kurzerhand mit einweisen, leidet unter der Wasserschleimdiät, verspeist nachts den von der Verlobten mitgebrachten „Kalten Hund“ und fliegt nach einem verräterischen Einlauf aus dem Krankenhaus.

  • Dieter SperlingAmüsantesBroschüre Teil 81969Projekt 50

    Dieter Sperling, 1969 Stabschef der KSS-Abteilung, erzählt, wie das Aufklärungsschiff „Oste“ der Bundesmarine bei einer Inspektion ein Seezielschießen der KSS störte und durch gezieltes Einnebeln mit Kesselqualm sowie ein Luftzielschießen vertrieben wurde. Jahre später traf er den damaligen Kommandanten der „Oste“ als Angelkutter-Eigner wieder.

  • Karl-Heinz FenglerAmüsantesBroschüre Teil 81968–1971Projekt 50

    In Reimform erzählt Karl-Heinz Fengler von seiner Dienstzeit 1968 bis 1971 als Stabsmatrose im GA-III auf dem KSS „Ernst Thälmann“: Grundausbildung auf dem Dänholm, Werftzeit, Spezialausbildung, U-Jagd im Adlergrund, Auslandsfahrt nach Baltijsk, Landgangsverbot in Saßnitz und das Bordfest mit Neptun im Teepott.

  • Hans SteikeEpisoden und GedankenBroschüre Teil 91945–1990Projekt 50Projekt 133.1

    Zweiter Teil der Geschichte von Saßnitz als Marinestützpunkt: von der Seepolizei und Volkspolizei-See über die Seestreitkräfte bis zur Volksmarine. Beschrieben werden Stationierungen, Strukturen, Katastrophen wie die Strandung des MLR 6-33 und der Brand auf KSS 1-61, die Baubelehrung und Indienststellung der ersten KSS Projekt 50 sowie die Präsenz von Grenzbooten, Werft und sowjetischen Einheiten bis 1990.

  • Wolfgang FißEpisoden und GedankenBroschüre Teil 91956–1959Projekt 50

    Wolfgang Fiß erinnert sich an seine Grundausbildung 1956 in Saßnitz-Dwasieden, an die Schikanen und Höhepunkte der Ausbildungszeit und daran, wie er mit drei Kameraden als Pumpengast zur Baubelehrung für das KSS 1-61 abkommandiert wurde, auf dem er bis 1959 Dienst tat.

  • Dieter LiebenauEpisoden und GedankenBroschüre Teil 91945–1972Projekt 50

    Dieter Liebenau schildert seinen Lebensweg von der Kindheit in Berlin-Neukölln über Flucht, Nachkriegszeit und den Umzug nach Ostberlin bis zur Nachrichtenoffizierslaufbahn bei der VP-See. Als Nachrichtenoffizier im Stützpunkt Saßnitz, dann als Kommandeur GA IV auf KSS 601 und 701 und später als FTO der KSS-Abteilung erlebte er die prägenden Jahre seiner Dienstzeit.

  • Ulrich MädelAmüsantesBroschüre Teil 91956–1957Projekt 50

    Ulrich Mädel, LI auf KSS 1-61, erinnert sich mit Augenzwinkern an russisches Parfüm „Schipre“, die Dusch-Dienstorganisation mit Pumpengast, die Toilettenspülung mit Popospül-Effekt, die Dehnungsfuge des Projekts 50 sowie an Sputnik-Erbsen und einen Schnitzelklau im Herbst 1957.

  • Dieter SperlingAmüsantesBroschüre Teil 91962Projekt 50

    Während der Modernisierung der „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ in Kronstadt 1962 liefen zwei Zerstörer der Nordmeerflotte ein, die einen echten Braunbären als Maskottchen an Bord hatten. Dieter Sperling erzählt von den beiden illegalen Landgängen des Bären – am Wachturm der geschlossenen Stadt und im Bäckerladen.

  • Helmut BechertLeser melden sich zu WortBroschüre Teil 91959–1971Projekt 50Projekt 1159

    Helmut Bechert ergänzt den Beitrag aus Heft 5 anhand zeitgenössischer Anordnungen des Chefs der SSK bzw. CVM: die Gruppeneinteilung der KSS-Brigade 1959 in Kampfkern und Kampfreserve, die Unterstellung unter die 1. Flottille 1961, die Status-Veränderung 1962 mit sowjetischen Schiffbau-Nummern sowie die Umbenennung in 4. KSS-Abteilung 1971.

  • Hartwig NiemannEpisoden und GedankenBroschüre Teil 101957Projekt 50

    Hartwig Niemann, 1957 Kesselgast im GA-V des KSS 1-61, erinnert sich an die Fahrt nach Baltijsk zu einer Kommandostabsübung der Verbündeten Flotten, an seine Vorgesetzten und den Besuch auf dem sowjetischen Kreuzer „Ordzhonikidze“. Er schildert die Geschichte des Kreuzers – die Crabb-Affäre in Portsmouth 1956 und das Ende als indonesische „Irian“ – und das Wiedersehen mit den Kameraden der „GA-V-Fraktion“ im Traditionsverein Sassnitz.

  • Ulrich KornEpisoden und GedankenBroschüre Teil 101958Projekt 50

    Ulrich Korn erinnert sich an den Beginn seiner KSS-Zeit 1958 als Kommandeur des GA-I auf KSS 1-62: die Positionslaternen-Episode mit dem sowjetischen Berater, das rätselhafte Verschwinden des GA-IV-Kommandeurs „Seppel“ Leder in einem Spionagefall, das ungeplante Bankett beim sowjetischen Standortältesten in Rostock am Tag der Sowjetarmee und die Feier zum Tag der NVA mit „Kuddel“ Hollatz im „Haus der Armee“.

  • Wolfgang FißAmüsantesBroschüre Teil 101956–1959Projekt 50

    Wolfgang Fiß, 1956 als 18-jähriger Pumpengast im GA-V des KSS 1-61 eingesetzt, beschreibt seinen „sozialen Aufstieg“ anhand der Schlafplätze in Deck 6: vom Hängemattenplatz im Mittelgang über die Backskiste mit Korkmatratze bis zur festen Koje mit Seegrasmatratze als Turbinengast.

  • AmüsantesBroschüre Teil 101950er–1960er JahreProjekt 50

    Sammlung kleiner Anekdoten aus den Offiziersmessen der KSS: die versehentlich gebunkerte Diesellieferung der MLR in Sassnitz, das Auflaufen der „Ernst Thälmann“ auf die Mole während Fernsehaufnahmen, Kurt Urmoneits „Relings-Wache“, die Polsterei, die vom Ulbricht-Besuch vorab wusste, das gestohlene Schaf der LPG Samtens und der LI beim Manöver „Mann über Bord“.

  • Helmut BechertLeser melden sich zu WortBroschüre Teil 101971Projekt 50

    Helmut Bechert erläutert die Hintergründe der Umbenennung des KSS-Truppenteils in 4. KSSA und der letzten Bordnummer-Änderung auf 141 und 142 am 1. Dezember 1971: den Ministerbefehl 150/71 zur Bezeichnung und taktischen Nummerierung in der NVA, die gleichzeitigen Umbenennungen anderer Verbände der Volksmarine und die Regelungen zu Truppenfahnen und Fahnenschleifen.

  • Dieter LiebenauEpisoden und GedankenBroschüre Teil 111950–1991Projekt 50

    Dieter Liebenau fasst nach der russischen Internetseite atrina.ru die Entwicklungsgeschichte des sowjetischen Wachschiffes Projekt 50 (NATO: Fregatte Typ Riga) zusammen: Vorgängerprojekt 42, Projektierung ab 1950 im Büro ZKB-820, Antrieb, Bewaffnung, Funkmess- und Hydroakustik-Ausrüstung, Erprobung des Typschiffs „Hermelin“, Bau von 68 Einheiten, spätere Modernisierungen sowie Export an Indonesien, die DDR, Bulgarien und Finnland. Ergänzt um persönliche Erinnerungen an Besatzungsstärke und das Ende der vier KSS der Volksmarine.

  • Ulrich MädelAmüsantesBroschüre Teil 111956–1960Projekt 50

    Ulrich Mädel, 1956 als Leitender Ingenieur zu den ersten KSS versetzt, erinnert sich an seine Zeit auf dem Dampfschulschiff „Ernst Thälmann“ und die Übernahme der ersten beiden KSS im Dezember 1956. Namensgebend ist die Geschichte des Obermaaten Uli Stock, der von einem Landgang pünktlich um 06.00 Uhr auf dem Rücken eines Pferdes der LPG Gramtitz an Bord zurückkehrte. Mit abschließenden Bemerkungen zu seinen vier Jahren auf KSS und zum Schulschiff „Ernst Thälmann“.

Aus der Ereignistafel

Gesamte Chronik

1956

Befehl 205/56 des Chefs der SSK. Demnach ist ab Ausbildungsjahr 1956/57 in den SSK eine neue Struktur einzuführen. Unter Buchstabe F wird eine 6. Flottille genannt, der u. a. 2 KSS (1-61 bis 1-62) zu unterstellen sind.

Überfahrt nach Saßnitz, gleichzeitig Fahrterprobung mit kurzer AK-Fahrt Indienststellung der ersten beiden KSS Projekt 50 in Saßnitz: Bau-Nr. 50/1 mit Bord-Nr. 1-61 (später „Ernst Thälmann“) und Bau-Nr. 50/2 als 1-62 (später „Karl Marx“). Die Schiffe sind den Stoßkräften der Seestreitkräfte zugeordnet und dem Stab der damaligen 6. Flottille in Saßnitz unterstellt. Andere Quellen nennen die Indienststellung in Warnemünde (Pinnegraben) und sofort danach die Verlegung nach Saßnitz.

1957

Kommandostabsübung der Verbündeten Ostseeflotten, Teilnahme des KSS „Ernst Thälmann“ als darstellende Kraft. Nach Abschluss der Übung läuft das Schiff zur Auswertung in Baltijsk ein und verbleibt dort zwei Tage.

1958

Mit Beginn des Ausbildungsjahres 1958/59 erhalten die KSS neue Bordnummern: 1-61 ändert sich in 401 und 1-62 in 501

Auf dem Schiff „Ernst Thälmann“ tritt bei Masutübernahme Heizöl im Turbinenraum aus einem Peilstutzen, spritzt auf heiße Aggregateteile, entzündet sich und weitet sich zu einem Großbrand in Abteilung V aus. Die Reparatur in der Neptunwerft Rostock zieht sich bis Ende 1958 hin.

1959

Eine Delegation des ZK der SED und des Ministerrates der DDR stattet den SSK der DDR einen Besuch ab. Teilnehmer sind u. a. Walter Ulbricht, Erich Honecker, Paul Verner, Karl Mewis, Herbert Warnke. Von KSS „Ernst Thälmann“ aus beobachten die Gäste Handlungen der SSK der DDR in See.

Teilnahme des KSS „Ernst Thälmann“ an der „Woche des Meeres“ in Szczecin. Der Besuch steht unter Leitung von Konteradmiral Scheffler.

1960

Auf Befehl des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Willi Stoph Stoph, wurde die KSS-Brigade (KSSBr) aufgestellt. Der Chef der KSSBr untersteht zeitweise direkt dem Chef der SSK. Mit Brigadebildung ändern sich erneut die Bordnummern: 50/1 behält Bordnummer 401, 50/2 erhält 601, 50/3 die Nummer 502 und 50/4 die Nummer 702.

Teilnahme von 3 KSS (Schiff „Karl Marx“ in der Werft) an einer Flottenparade im Greifswalder Bodden anlässlich der Namensverleihung „Volksmarine" an die Seestreitkräfte der DDR durch den Minister für Nationale Verteidigung, Generaloberst Heinz Hoffmann. Das Flaggschiff des Verbandes ist das KSS „Ernst Thälmann“. KSS „Friedrich Engels“ schießt Ehrensalut.

1961

Verleihung der Ehrennamen an die vier KSS in Saßnitz bei Anwesenheit von Rosa Thälmann, der Witwe Ernst Thälmanns: 50/1: Bord - Nr. 401: „Ernst Thälmann“; 50/2: Bord - Nr. 601: „Karl Marx“ 50/3: Bord - Nr. 502: „Karl Liebknecht“; 50/4: Bord - Nr. 702: „Friedrich Engels“. Da sich das KSS „Karl Liebknecht“ seit Anfang Januar in der Werft befindet, nimmt dessen Kommandant, Kapitänleutnant Wittrien, das Namensschild in Saßnitz in Empfang.

KSS nehmen an einer Flottenübung der VM und mit zwei Schiffen an einer gemeinsamen Reedeübung der verbündeten Ostseeflotten teil. Während der Manöver läuft KSS „Ernst Thälmann“ mit hochrangigen Militärs in Baltijsk ein. Hier rettet der Artilleriegast Stabsmatrose Fritz Butter einen Jungen vor dem Ertrinken. Er wird vom Minister für Nationale Verteidigung der DDR mit der „Verdienstmedaille der NVA“ in Bronze ausgezeichnet. Das KSS verbleibt bis zum Rücktransport der Militärdelegation in Baltijsk.

Überfahrt der KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ zur Modernisierung nach Kronstadt

1962

Werftliegezeit der „Ernst Thälmann“ und der „Karl Marx“ in Kronstadt. Die Schiffe erhalten den neuen Gittermast. Modernisiert wird die Ortungstechnik und die UAW-Bewaffnung.

Die Kampfschiffe der Volksmarine erhielten eine neue Nummerierung nach Typkräften. Ab diesem Zeitpunkt führten die KSS immer mit 100 beginnende Nummern: 50/1 - „Ernst Thälmann“ Bordnummer 101; 50/2 - „Karl Marx“ Bordnummer 102; 50/3 - „Karl Liebknecht“ Bordnummer 103; 50/4 - „Friedrich Engels“ Bordnummer 104.

1963

Mit der erneuten Formierung einer 6. Flottille als Verband der Stoßkräfte wird die SKSSA dieser Flottille unterstellt. Am Gründungsappell nehmen auch die beiden modernisierten KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ teil.

Navigationsbelehrungsfahrt der „Ernst Thälmann“ und der „Karl Marx“ über Pfingsten. Die Route führt durch den Öresund entlang der schwedischen und norwegischen Küste bis Kap Lindesnaes und weiter mit Südkurs die dänische Küste entlang bis zum Feuerschiff Esbjerg. Nach Versorgung in der Jammerbucht erfolgt der Rückmarsch durch den Großen Belt.

Teilnahme der Schiffe „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ an der gemeinsamen Übung „Flut-63“ in der VR Polen

1964

Teilnahme der KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ an den Feierlichkeiten zur „Woche des Meeres“ der PSKF

Zum Abschluss des Ausbildungsjahres 1963/64 zeichnet der Minister für Nationale Verteidigung das KSS „Karl Marx“ als „Bestes Schiff“ und mit der Verdienstmedaille der NVA in Bronze aus. Die GA III und V des KSS „Ernst Thälmann“ werden von ihm als „Beste Gefechtsabschnitte“ ausgezeichnet.

1965

Verlegung der SKSSA von Saßnitz nach Warnemünde. Führungswechsel von der 6. auf die 4. Flottille. Der Truppenteil wird nicht mehr als „selbständige“ sondern nur noch als KSSA geführt. Der Truppenteil-Status bleibt erhalten. Die Bordnummern ändern sich wie folgt: 50/1 - „Ernst Thälmann“ Bordnummer 121; 50/2 - „Karl Marx“ Bordnummer 122; 50/3 - „Karl Liebknecht“ Bordnummer 123; 50/4 - „Friedrich Engels“ Bordnummer 124.

1966

In Begleitung von E. Honecker besichtigt eine ungarische Partei- und Regierungsdelegation unter Leitung von Janos Kadar von KSS „Karl Marx“ aus Vorführungen der Volksmarine in See. Die „Karl Marx“ wird durch die „Ernst Thälmann“ begleitet.

Navigationsbelehrungsfahrt der KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ in die Nordsee. Das Überschreiten des Nullmeridians wird mit einer zünftigen Meridiantaufe begangen.

1968

Die KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ sind Teilnehmer einer stehenden Flottenparade aus Anlass des 50. Jahrestages der Novemberrevolution.

1969

Während der Ostseewoche besucht Janos Kadar (1. Sekretär der ungarischen KP) die Volksmarine und weilt auch an Bord des KSS „Ernst Thälmann“.

Die KSS „Ernst Thälmann“ und „Friedrich Engels“ nehmen am Manöver des Warschauer Vertrages „Oder-Neiße" teil.

1970

Zum 25. Jahrestag der PSKF besucht ein Verband der VM unter Leitung von Vizeadmiral Ehm Gdynia. Zum Verband gehören das KSS „Ernst Thälmann“ als Flaggschiff, ein MLR, ein U-Jäger und ein MSR.

Teilnahme des KSS „Ernst Thälmann“ am Manöver „Waffenbrüderschaft“ des Warschauer Vertrages

1971

Umbenennung der KSSA in 4. KSS-Abteilung. Im Zusammenhang damit erhält das KSS „Ernst Thälmann“ die Bordnummer 141 und das KSS „Karl Marx“ die Bordnummer 142

1973

KSS „Ernst Thälmann“ als Flaggschiff macht zusammen mit dem UAW-Schiff „Wismar“ (Typ Hai) und dem MAW-Schiff „Bernau“ zu einem offiziellen Flottenbesuch, der von Vizeadmiral Ehm geleitet wird, in Leningrad fest.

KSS „Ernst Thälmann“ als Flaggschiff nimmt zusammen mit 2 UAW- und 3 MAW-Schiffen an einem Flottenbesuch in Gdynia teil. Leitung des Besuchs-Verbandes: Vizeadmiral Ehm. Nach Ausfall beider Maschinen muss das Schiff auf der Rückfahrt geschleppt werden.

1974

Stehende Flottenparade im Rostocker Stadthafen, Flaggschiff: KSS „Ernst Thälmann“

1976

KSS „Ernst Thälmann“ und das Schulschiff „Wilhelm Pieck“ sind Teilnehmer eines Flottenbesuches in Leningrad, der unter Leitung von Vizeadmiral Ehm steht. Das KSS wird in den Paradeverband zum „Tag der Seekriegsflotte“ eingegliedert.

1977

Als letztes Schiff des Projektes 50 wird KSS „Ernst Thälmann“ außer Dienst gestellt.