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Wappen der Marinekameradschaft KSS e.V. Warnemünde: Anker mit LorbeerkranzDie Geschichte von KSSKüstenschutzschiffe der Volksmarine 1956–1990
Amüsantes

Kalles Marinegeschichten

In Reimform erzählt Karl-Heinz Fengler von seiner Dienstzeit 1968 bis 1971 als Stabsmatrose im GA-III auf dem KSS „Ernst Thälmann“: Grundausbildung auf dem Dänholm, Werftzeit, Spezialausbildung, U-Jagd im Adlergrund, Auslandsfahrt nach Baltijsk, Landgangsverbot in Saßnitz und das Bordfest mit Neptun im Teepott.

Von der 4. Schiffsstamm-Abteilung zum KSS 121 (Erlebnisse eines Stabsmatrosen)

1968 im Wonnemonat Mai da ging es zur Marine – und ich war dabei.
Auf dem Dänholm am Strelaer Sund da bogen die Maate zu Matrosen uns rund.
Sie brachten unsere Knochen in Schwung und bereiteten uns vor – auf die Vereidigung.
Diese war gerade vorbei, da wurde ich kommissioniert – zu Sperr, GA-III.
Von einem Kapitän befragt, war mein einziger Wille: Warnemünde, 4. Flottille.

Nur wenige Tage danach und eh’ ich es kapiert, war ich schon zu KSS kommandiert.
Auf See habe ich zuerst nicht gedärft. Das Schiff, die „Ernst Thälmann“ lag in der Neptunwerft.
Nach Werfterprobung und Entlassung vom Werftgesinde ging es endlich nach Warnemünde.
Von Landgang und Mädchen bisher keine Spur. Wir brüteten über Aufgabe B-1 immer nur.
Nach bestandener Prüfung machte ich mich schnell aus dem Staub. In den ersten Jahresurlaub.
Als dann die Heuer ausgegeben, ging’s wieder an Bord. So ist es – das Seemannsleben.

An Bord zurück begann sodann die Spezialausbildung bei Genossen Döring und Mauermann.
Die belehrten ihre Pappenheimer über Ablaufgerüst, RBU und Marmeladeneimer.
Nach Quali-Stufe 2 machte Spezialist Kießling uns klar, dass das eine Entscheidung fürs Leben war.
Ihr könnt es glauben – es ist keine Ente – die Klassifizierung Stufe 2 wirkt sich aus auf die Rente.
Sehr oft überraschte mit seinem Charme I. WO Kühn und der beliebte Atomalarm.
Gasgeruch in allen Sälen – oh, wie mussten wir uns nach Entwarnung quälen.

Das Weihnachtsfest im Dezember, dem kalten beging man zusammen mit Kaleu Dölling – dem Alten.
Und keiner von uns durfte an Land. Wir waren zum Feiern an Bord verbannt
Fern von der Heimat im Adlergrund, da ging’s zur U-Jagd, so manche Stund.
Ich glaube, das war kein Lieblingsrevier. Immer nur Stress, kein Schnaps und kein Bier.
Die Seekrankheit hat viele dahin gerafft. Wer noch konnte, hat sich an den Werfern geschafft.

Bei Auslandsfahrten konnten wir es kaum erwarten, möglichst schnell zum Landgang zu starten.
Doch dann kam der große Schreck. Wahrschau!!! Masut an Oberdeck.
Die Folge – und das war klar: Uniformtausch beim Maat für BA.
Im Hafen von Baltijsk, wo „Solotoj Jakor“ unser Liegeplatz ist,
haben wir uns vor dem Frühsport verpisst, weil der bei Matrosen sehr unbeliebt ist.
Beim internationalen Flotten-Fußballspiel erreichten wir auch nicht allzu viel.
Doch dann beim großen U-Jagd-Spaße, da waren wir KSSler große Klasse.

In Saßnitz im Gasthof mit Namen Schacht gab es ne’ große Fischerschlacht.
Das gab für uns Matrosen Stress. Landgangsverbot für KSS.
Trotzdem vergingen die Tage in Saßnitz sehr schnell, beim Angeln und den Mädchen im Fischbüchsenhotel.

Die nächste Werftzeit hat gut angefangen. Da sind wir am Sonntag zum Frühschoppen gegangen.
Bei Kabarett, Musik und Bier war immer gute Stimmung hier.
In Warnemünde angekommen, wurde im KSS-Klub dieser Brauch übernommen.
Doch die Stimmung war nicht besonders oho. Das lag wohl an Limo, Cola und Vipa und so.
Bordfest wurde im Teepott gefeiert. Da hat Neptun nicht lange herumgeeiert.
Die Häscher haben sich nicht geziert. Nicht nur Matrosen, auch der Kommandant wurde rasiert.
Unser Käptn’ Kaleu Pit der machte diese Späße alle mit.
I. WO Zackwitz dagegen hat nicht gelacht und dem Neptun auch keine Meldung gemacht.
Aber das war für uns kein Skandal, wir wussten, unser Atom-Kühn ist so nun mal.

Im April 1971 kurz vor dem Wonnemonat Mai war die Zeit auf KSS für mich vorbei.
Erst nach 35 Jahren habe ich von der Marinekameradschaft KSS e. V. erfahren.
Da einzutreten war keine Frage. Ich freu mich schon auf die nächsten Kameradschaftsjahre.

Alle Zeiten die Rohre frei – hoch lebe der GA-III

— Karl-Heinz Fengler

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