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Wappen der Marinekameradschaft KSS e.V. Warnemünde: Anker mit LorbeerkranzDie Geschichte von KSSKüstenschutzschiffe der Volksmarine 1956–1990

Glossar

Abkürzungen und Begriffe, die in den Beiträgen ständig vorkommen. Die Erklärungen sind redaktionelle Zusammenfassungen des Archivs, keine Broschürentexte.

KSS
Küstenschutzschiff. Klassifizierung der Seestreitkräfte/Volksmarine der DDR für ihre größten Kampfschiffe: Projekt 50, Projekt 1159 und (ab 1. Dezember 1986) Projekt 133.1. Die Bordnummer begann bei KSS stets mit der Kennzahl 1 (100er-Reihe) bzw. 2 (Projekt 133.1).
Projekt 50
Sowjetisches Wachschiff (SKR), NATO-Code „Riga-Klasse“. Vier Einheiten in der DDR 1956–1977: „Ernst Thälmann“, „Karl Marx“, „Karl Liebknecht“, „Friedrich Engels“.
Projekt 1159
Sowjetische Exportfregatte, NATO-Code „Koni-Klasse“, gebaut in Selenodolsk. Drei Einheiten 1978–1990: „Rostock“, „Berlin – Hauptstadt der DDR“, „Halle“.
Projekt 133.1
U-Jagd-Schiff der Peenewerft Wolgast, NATO-Code „Parchim-Klasse“. Sechzehn Einheiten 1981–1990, ab 1986 als KSS 3. Ranges klassifiziert.
SSK
Seestreitkräfte der Nationalen Volksarmee, gegründet 1. März 1956; am 3. November 1960 in „Volksmarine“ umbenannt.
VM
Volksmarine der DDR (1960–1990).
NVA
Nationale Volksarmee der DDR.
Flottille
Großverband der Volksmarine. 1. Flottille Peenemünde, 4. Flottille Warnemünde (Hohe Düne), 6. Flottille Saßnitz/Dranske (Stoßkräfte); 3., 7. und 9. Flottille in der Aufbauphase.
KSSA / KSSB
Küstenschutzschiffsabteilung bzw. -brigade. Aus der KSS-Brigade (1960) wurde 1962 die Selbständige KSS-Abteilung, ab Oktober 1965 bei der 4. Flottille, ab Mai 1984 die 4. KSS-Brigade.
UAW / UAWSA
U-Boot-Abwehr; UAW-Schiffsabteilung. Die Schiffe des Projekts 133.1 wurden zunächst als UAW-Schiffe in UAWSA geführt (2. und 4. UAWSA der 4. Flottille, 1. und 3. UAWSA der 1. Flottille).
BCH / ACH / FCH
Brigadechef, Abteilungschef, Flottillenchef.
Kommandant
Führer eines Schiffes. Die Listen aller KSS-Kommandanten stehen in den Anhängen der Broschüren Teil 2 und Teil 4.
I. WO
Erster Wachoffizier, Stellvertreter des Kommandanten (Gehilfe des Kommandanten).
LI
Leitender Ingenieur, Chef der Maschinenanlage; in der Gefechtsorganisation Kommandeur der GA-V.
GA
Gefechtsabschnitt. GA-I Navigation, GA-II Artillerie/Raketen, GA-III Minen-Torpedo/UAW, GA-IV Nachrichten (NO), GA-V Elektromechanik; dazu FTD (Funktechnischer Dienst), VD (Versorgungsdienst), Med.-Dienst.
TTD
Taktisch-technische Daten: Abmessungen, Verdrängung, Antrieb, Geschwindigkeit, Bewaffnung.
Bordnummer
Die beidseitig am Vorschiff geführte Kennzahl. Bei den KSS Pr. 50 wechselte sie mehrfach (1-61, 401, 101, 121, 141 …); eine ausführliche Darstellung enthält der Beitrag „Unterstellung, Status des Truppenteils und Bordnummern“ (Teil 5).
Baunummer
Deutsche Bau-Nummern 50/1 bis 50/4 und 1159/1 bis 1159/3; daneben sowjetische Baunummern der Werften.
OSA-M
Schiffs-Flugabwehr-Raketenkomplex (Zwillingsstarter ZIF-122, Rakete RZ-13) der Koni-Klasse.
FASTA-4
Vierfachstarter für die tragbare Flugabwehrrakete „Strela“ auf Projekt 133.1.
AK-726 / AK-725 / AK-230
Sowjetische Schiffsgeschütze: 76-mm-Zwilling (1159), 57-mm-Zwilling (133.1), 30-mm-Zwilling (1159, 133.1).
B-34 USMA / W-11-M
100-mm-Einzelgeschütz und 37-mm-Zwillingsflak der Riga-Klasse.
RBU-6000 / RBU-1200
Reaktive Wasserbombenwerfer (12 bzw. 5 Rohre, 213 mm) zur U-Boot-Bekämpfung.
BMB-2
Wasserbombenwerfer auf Projekt 50.
Kesselgast
Matrose der Kesselanlage auf den dampfgetriebenen Schiffen des Projekts 50. Hartwig Niemanns Erinnerungen „Als Kesselgast auf KSS 1-61“ beschreiben den Dienst.
Masutochse
Spitzname für die Angehörigen der Kesselanlage (nach Masut, dem Heizöl).
Gemeinsames Geschwader
Jährlicher gemeinsamer Verband der Baltischen Flotte, der Polnischen Seekriegsflotte und der Volksmarine (1980–1990).
BF / PSKF / VOF
Baltische Flotte (Sowjetunion), Polnische Seekriegsflotte, Vereinte Ostseeflotten.
Baltijsk
Sowjetischer Flottenstützpunkt bei Kaliningrad; Ort der Spezialschießabschnitte der Volksmarine.
Baku / Poti
Ausbildungsorte der ersten 1159-Besatzungen am Kaspischen bzw. Schwarzen Meer (1977–1979).
Kronstadt
Sowjetischer Marinestützpunkt vor Leningrad; Werftliegezeiten und Modernisierung der KSS Pr. 50 (1961–1963).
Hohe Düne
Marinestützpunkt in Rostock-Warnemünde, Sitz der 4. Flottille und ab 1965 Heimathafen der KSS.
Saßnitz
Marinestützpunkt auf Rügen; Heimathafen der KSS Pr. 50 von 1956 bis 1965.
Maiauslaufen
Jährliche Ausfahrt der Marinekameradschaft im Mai.
Rees
Der Rees (auch Reeß): in der Marinesprache eine Zecherei, meist in der Offiziersmesse (O-Messe).
Wendezeit
Die Zeit vom Herbst 1989 bis zum 2. Oktober 1990, dem letzten Tag der Volksmarine; chronologisch dargestellt in Anhang 1 der Broschüre Teil 11 und im Rückblick in Teil 8.