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Wappen der Marinekameradschaft KSS e.V. Warnemünde: Anker mit LorbeerkranzDie Geschichte von KSSKüstenschutzschiffe der Volksmarine 1956–1990
Projekt 133.1 · Parchim-Klasse

KSS „Wismar“

U-Boot-Abwehr-Schiff des Projektes 133.1 (Parchim-Klasse) mit der Bordnummer 241, gebaut auf der Peenewerft Wolgast, in Dienst gestellt am 9. Juli 1981.

Klasse
Parchim-Klasse (NATO) · Projekt 133.1
Typ
U-Boot-Abwehr-Schiff; mit Anordnung 44/86 des Chefs der Volksmarine ab 1. Dezember 1986 als Küstenschutzschiff 3. Ranges bezeichnet
Bordnummern
241
Bauwerft
VEB Peenewerft Wolgast
Indienststellung
9. Juli 1981
Außerdienststellung
Mit dem 2. Oktober 1990 hörte die Volksmarine laut Einigungsvertrag auf zu bestehen; am 3. Oktober 1990 wurden Stützpunkte, Schiffe, Technik und Personal von der Bundesmarine übernommen.
Verbleib
Die Ereignistafel führt die „Wismar“ unter den Schiffen, die nach dem 3. Oktober 1990 zeitweilig im Flottendienst verblieben. Im Juli 1991 besuchten die „Lübz“ und die „Wismar“ zu einer Ausbildungsfahrt Wilhelmshaven; Hin- und Rückreise erfolgten durch den Nord-Ostsee-Kanal. Die Ereignistafel bezeichnet dies als letzte Fahrt der KSS 133 der ehemaligen 4. Flottille.
Stützpunkt
Warnemünde
Verband
4. UAWSA, ab 1984 4. KSSA der 4. Flottille

Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus den Broschüren der Marinekameradschaft KSS e.V. Die Quelle ist jeweils genannt.

Einordnung

Das Schiff gehörte zur 4. UAWSA, ab 1984 4. KSSA der 4. Flottille mit Stationierungsort Warnemünde. Die Schiffe des Projektes 133.1 wurden zunächst als UAW-Schiffe geführt; laut KSS-Broschüre Teil 6, Anhang 1 (Leserzuschrift Helmut Bechert) legte die Anordnung 44/86 des Chefs der Volksmarine ab 1. Dezember 1986 die Bezeichnung als Küstenschutzschiff 3. Ranges fest.

Kommandanten

von bis Dienstgrad und Name Bemerkung
1981/2 1991/2 Oberleutnant zur See Wulf Habeck Die „Wismar“ blieb noch bis 1991 im Dienst der Bundesmarine

Quelle: KSS-Broschüre Teil 4, Anhang 2 (ACH’s und Kommandanten Pr. 133, 4. Sicherungsbrigade Warnemünde). Der Dienstgrad gilt für den Antritt der Dienststellung.

Aus der Ereignistafel

  • Juli 09. Indienststellung des KSS Pr. 133 „Wismar“ (241)
  • 01.-28. KSS „Wismar“ ist Teilnehmer der 3. Vereinten BUSSG in Swinouscjie. Nach Auflösung des Verbandes benötigt das Schiff 3 Tage um sich durch die vereiste Ostsee in seinen Heimathafen Warnemünde durchzuschlagen.
  • Aug. 15.-17. Die KSS „Rostock“ und „Wismar“ führen einen Flottenbesuch in Helsinki durch. Der Verband wird durch den Chef der 4. Flottille, Konteradmiral Müller, geleitet.
  • 12.-19. Takt. Training der UAW-Kräfte der VM im ÜG 054. Teilnehmer der 4. Flottille: 142, 143, 223, 241, 242, 243.
  • Mai 31. bis- Juni 20. 11. und letztes Gemeinsames Geschwader der Verbündeten Ostseeflotten unter Teilnahme des KSS „Halle“ (143). Die Führung erfolgt durch die VM. Die Kampfschiffe sind zur Hafenausbildung im Überseehafen stationiert. Die Handlungen des Verbandes beschränken sich auf die Ostsee. Zur Sicherstellung des Geschwaders sind auch die KSS 241 und 243 eingesetzt.
  • 03. Laut Einigungsvertrag werden Stützpunkte, Schiffe, Technik und Personal der Volksmarine von der Bundesmarine übernommen. Zeitweilig verbleiben noch im Flottendienst: Projekt 1159: „Rostock“, „Halle“ Projekt 133: „Wismar“, „Lübz“, „Teterow“, Gadebusch“, „Grevesmühlen“.
  • Juli Letzte Fahrt der KSS 133 der ehemaligen 4. Flottille: Die „Lübz“ und die „Wismar“ besuchen zu einer Ausbildungsfahrt Wilhelmshaven. Hin- und Rückreise erfolgen durch den Nord-Ostsee-Kanal.

Quelle: KSS-Broschüre Teil 11, Anhang 5 (Ereignistafel, Bearbeitungsschluss Dezember 2012). Die vollständige Chronik steht unter Ereignistafel 1956–1991.

Quellen

  • KSS-Broschüre Teil 2, Anhang 1 (Taktisch-technische Daten und Bewaffnung)
  • KSS-Broschüre Teil 4, Anhang 2 (ACH’s und Kommandanten Pr. 133, 4. Sicherungsbrigade Warnemünde)
  • KSS-Broschüre Teil 11, Anhang 5 (Ereignistafel, Bearbeitungsschluss Dezember 2012)

Geschichten und Beiträge

4 Beiträge
  • Hans SteikeEpisoden und GedankenBroschüre Teil 41980er JahreProjekt 1159Projekt 133.1

    Hans Steike schildert als Fortsetzung von „Stabsdienst im Stützpunkt“ (Teil 3) einen Tag des Führungspunktes des Chefs der 4. KSSA an Bord der „Rostock“ während eines taktischen Trainings der UAW-Kräfte mit einem polnischen U-Boot, der 4. UAWSA und Mi-14PL-Hubschraubern. Erläutert werden die Wachschiff-Funktion, die Instruktion zur Gefechtssicherstellung, Begleitsektoren, Bojenlinien sowie die Aufgaben des Chefs der KSSA als „Chef der Suche“ in der UAW-Zone 2 bei höheren Stufen der Gefechtsbereitschaft.

  • Dieter SperlingEpisoden und GedankenBroschüre Teil 51961Projekt 50

    Dieter Sperling schildert die dramatische Überführung der KSS „Karl Marx“ und „Ernst Thälmann“ Ende 1961 nach Kronstadt zur Modernisierung. Nach Ausfall des Verdampfers auf der „Karl Marx“ brachen im Sturm zweimal die Schleppverbindungen, das Schiff trieb auf die Klippen der Untiefe „Kasachewitsch“ zu und wurde nur durch den ausgebrachten Anker gerettet, bevor der Schlepper „Wismar“ es in eine Bucht vor einem geheimen sowjetischen Stützpunkt brachte.

  • Bernd EueEpisoden und GedankenBroschüre Teil 51982Projekt 133.1

    Bernd Eue, Chef der 4. UAWSA, ergänzt aus persönlicher Sicht den in Teil 3 abgedruckten „Ausbilder“-Artikel über die Sturmfahrt der KSS „Bad Doberan“ (222) und „Parchim“ (242) Ende Oktober 1982. Als kurzfristig eingesetzter Chef der BUSSG begleitete er ein U-Boot der Bundesmarine bei Windstärke 11-12 bis zur Ostgrenze der Operationszone; 75 % der Besatzung fielen seekrank aus, der Oberkoch fuhr Ruder. Nach dem Einlaufen in Saßnitz folgten Vorwürfe der 4. Flottille, bis Vizeadmiral Hesse den Besatzungen Anerkennung aussprach.

  • Hans SteikeEpisoden und GedankenBroschüre Teil 91945–1990Projekt 50Projekt 133.1

    Zweiter Teil der Geschichte von Saßnitz als Marinestützpunkt: von der Seepolizei und Volkspolizei-See über die Seestreitkräfte bis zur Volksmarine. Beschrieben werden Stationierungen, Strukturen, Katastrophen wie die Strandung des MLR 6-33 und der Brand auf KSS 1-61, die Baubelehrung und Indienststellung der ersten KSS Projekt 50 sowie die Präsenz von Grenzbooten, Werft und sowjetischen Einheiten bis 1990.

Aus der Ereignistafel

Gesamte Chronik

1973

KSS „Ernst Thälmann“ als Flaggschiff macht zusammen mit dem UAW-Schiff „Wismar“ (Typ Hai) und dem MAW-Schiff „Bernau“ zu einem offiziellen Flottenbesuch, der von Vizeadmiral Ehm geleitet wird, in Leningrad fest.

1981

Indienststellung des KSS Pr. 133 „Wismar“ (241)

1985

KSS „Wismar“ ist Teilnehmer der 3. Vereinten BUSSG in Swinouscjie. Nach Auflösung des Verbandes benötigt das Schiff 3 Tage um sich durch die vereiste Ostsee in seinen Heimathafen Warnemünde durchzuschlagen.

1989

Die KSS „Rostock“ und „Wismar“ führen einen Flottenbesuch in Helsinki durch. Der Verband wird durch den Chef der 4. Flottille, Konteradmiral Müller, geleitet.

Takt. Training der UAW-Kräfte der VM im ÜG 054. Teilnehmer der 4. Flottille: 142, 143, 223, 241, 242, 243.

1990

11. und letztes Gemeinsames Geschwader der Verbündeten Ostseeflotten unter Teilnahme des KSS „Halle“ (143). Die Führung erfolgt durch die VM. Die Kampfschiffe sind zur Hafenausbildung im Überseehafen stationiert. Die Handlungen des Verbandes beschränken sich auf die Ostsee. Zur Sicherstellung des Geschwaders sind auch die KSS 241 und 243 eingesetzt.

Laut Einigungsvertrag werden Stützpunkte, Schiffe, Technik und Personal der Volksmarine von der Bundesmarine übernommen. Zeitweilig verbleiben noch im Flottendienst: Projekt 1159: „Rostock“, „Halle“ Projekt 133: „Wismar“, „Lübz“, „Teterow“, Gadebusch“, „Grevesmühlen“.

1991

Letzte Fahrt der KSS 133 der ehemaligen 4. Flottille: Die „Lübz“ und die „Wismar“ besuchen zu einer Ausbildungsfahrt Wilhelmshaven. Hin- und Rückreise erfolgen durch den Nord-Ostsee-Kanal.