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title: "Anhang 8: Kommandotabellen für den Waffeneinsatz"
autoren: ["Der Vorstand"]
quelle: "Marinekameradschaft KSS e.V., KSS-Broschüre Teil 2"
projekte: ["50", "1159", "133.1"]
url: "https://die-geschichte-von-kss.de/wissen/t02-anhang-8-kommandotabellen-waffeneinsatz"
lizenz: "Texte unverändert; Rechte bei Marinekameradschaft KSS e.V. und den Autoren. Siehe https://die-geschichte-von-kss.de/quellen"
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# Anhang 8: Kommandotabellen für den Waffeneinsatz

> Rekapitulierte Kommandotabellen für den Einsatz der Hauptbewaffnung der Küstenschutzschiffe: Seezielschießen mit 100mm (Projekt 50) und 76mm (Projekt 1159), Luftzielschießen in Geschützführermethode (Projekt 1159), U-Jagd-Bugangriff mit RBU-6000 (Projekt 1159), U-Jagd-Heckangriff mit BMB-2 und Ablaufgerüsten (Projekt 50) sowie Angriff mit UAW-Torpedos SÄT-40 (Projekt 133.1). Jeweils mit Ausgangslage, Befehls- und Meldeabfolge und Erläuterungen zur Technik.

## 1. Einsatz der Artillerie

### 1.1. Projekt 50, 100mm, Seeziel-Schießen (Hauptverfahren)

Ausgangslage: Schiff läuft unter Bereitschaftsstufe I im Landungsgeleit. Der Chef des Geleites gibt an das KSS den Befehl zur Bekämpfung eines gegnerischen Minenlegers. HBS gibt Zielzuweisung an BS/II.

**HBS an BS/II:** „Minenleger StB-90, Entfernung 60, Ziel auffassen!“

**BS/II an GS-1/II und 3/II:** „StB-90, Entfernung 60, Minenleger, Ziel auffassen!“  
Seiten- und Höhenrichtgast im Feuerleitstand fassen das Ziel optisch auf. Die Artillerie-Funkmeßstation (AFMS) „Jakor-2M“ erfaßt bei 60 Kabel das Ziel nach Entfernung. Beide GS melden „Ziel aufgefaßt!“an BS/II. BS/II meldet an HBS.

**HBS an GS-2/IV:** „Nordpol – halb!“  
Das Flaggensignal N (Nordpol) war nach dem Signalbuch der VOF das Signal für Artillerieschießen.

**HBS an BS/II:** „Auf Minenleger Steuerbord 90, Entfernung 60!“  
BS/II schaltet die direkte Lautsprecherverbindung zu den am Schießen beteiligten Gefechtsstationen GS-1/II, 3/II, 4/II, 5/II, 6/II und 7/II zu.

**BS/II an GA-II:**

| Kommando | Erläuterung |
|---|---|
| „Seeziel!“ | Rechengerät REG-1UM schaltet auf Methode Seeziel |
| „Gemischte Methode“ | Seite wird durch GS-1/II und Entfernung durch die AFMS in das Rechengerät eingespeist, welches Kurs und Geschwindigkeit des Zieles bestimmt. Unter Berücksichtigung verschiedener Korrekturgrößen wie Windrichtung und –geschwindigkeit oder Ladungstemperatur wird der volle vertikale und horizontale Richtwinkel ermittelt und über ein Folgezeigersystem an die Geschütze übertragen. Die Artillerie-Kreiselanlage stabilisiert Feuerleitstand und Geschütze gegen das Schlingern und Stampfen des Schiffes. |
| „StB 90, Entfernung 60, auf Minenleger, zentral - Hand!“ | Auf „Hand“ fahren Seiten- und Höhenrichtkanonier der 100mm-Geschütze das Folgezeigersystem per Hand ab und richten damit die 100mm-Geschütze auf das Ziel. Alternative: „Zentral-Fern!“ Auf „Fern“ wurde die Fernsteuerung in den Geschützen zugeschalten. Die Richtwinkel wurden dann automatisch abgefahren. |
| „Geschütze laden!“ | GS-5, 6 und 7/II werden geladen. Geschützführer melden an GS-4/II. Eine Kontroll-Leuchte für jedes Geschütz zeigt auf GS-4/II den Ladezustand zusätzlich optisch an. GS-4/II an BS-II: „Batterie geladen!“ |

**BS/II an HBS:** „Batterie feuerbereit!“

**HBS an BS/II:** „Feuererlaubnis!“  
**HBS an GS-2/IV:** „Nordpol - vor!“

**BS/II an GA-II:**

| Kommando | Erläuterung |
|---|---|
| „Nach beobachteten Werten!“ | Dieses Kommando legt fest, nach welcher Methode die Abweichungen der Einschießsalven zum Ziel zu bestimmen sind. Hier beobachtet der Kdr. GA-II auf einem Tochtersichtgerät der AFMS im Feuerleitstand die Einschläge und legt danach die Korrekturen fest. Alternativ konnte er sich „Nach gemessenen Ablagen“ die Abweichungen auch vom E-Meß-Maat und/oder der AFMS melden lassen. |
| „Einschießen – Tempo 10, 2 Salven!“ | Das Einschießen soll hier im 10-Sekunden-Takt erfolgen. Die erste Salve dient vorrangig der Rohrerwärmung, da die Rohrtemperatur Einfluß auf die Flugbahn der Granate hat. Die zweite Salve ist die eigentliche Meßsalve. |
| „Salve – Feuer!“ | Die Abfeuerung der beiden Salven erfolgt zentral von der GS-4/II aus gleichzeitig für alle Geschütze. |
| „Halt!“ | Die Rohre bleiben nach Seite und Höhe auf das Ziel gerichtet. Die Geschützführer melden an die GS-4/II „Rohr frei!“ GS-4/II meldet an BS-II: „Batterie – Rohr frei!“ |
| „Geschütze laden!“ | Da je nach Entfernung die Salven 20-30 Sekunden in der Luft blieben, konnten die Geschütze bereits für das Wirkungsfeuer geladen werden. Meldung GS-4/II an BS/II: „Batterie geladen!“ |
| „Links 15 (=TD), mehr ½ (=Kabel) | Nach den gemessenen Einschlägen der letzten Einschieß-Salve werden die Seiten- und Entfernungskorrekturen vom Kdr. GA-II befohlen. Die Maßeinheit TD (tausendstel der Distanz) für die Seitenverbesserung war ein spezielles Winkelmaß, das den Vollkreis in 6000 TD aufteilte. Ein Grad entsprach somit gerundet 16,7 TD. Die Seitenablage konnte an der AFMS, deren Tochtergerät im Feuerleitstand als auch vom E-Meßgerät DMS-3 in TD abgelesen werden. Die Entfernungsverbesserung konnte alternativ auch als Korrektur in die Anfangsgeschwindigkeit Vo eingegeben werden („In die Vo mehr ..... „). Nach Einleitung der Korrekturen meldet GS-4/II: „Korrektur steht!“ |
| „Wirkungsfeuer, Tempo 6!“ | Das Wirkungsfeuer soll mit einem Salventakt von 6 Sekunden (15 Schuß pro Minute) erfolgen. |
| „Salve – Feuer!“ | Die Abfeuerung jeder Salve erfolgt im 6-Sekunden-Takt wiederum zentral von GS-4/II aus |

**HBS an BS/II:** „Halt!“ **an GS-2/VI:** „Nordpol - halb!“  
Schießen soll beendet oder unterbrochen werden.

**BS/II an GA-II:**

| Kommando | Erläuterung |
|---|---|
| „Halt!“ | Die Rohre bleiben wieder nach Seite und Höhe gerichtet! Nach Rohrfrei-Meldung der Geschützführer meldet die GS-4/II an BS-II: „Batterie – Rohr frei!“ BS/II meldet weiter an HBS |

**HBS an BS/II:** „Batterie-halt!“  
**HBS an GS-2/VI:** „Nordpol – nieder!“

**BS/II an GA-II:**

| Kommando | Erläuterung |
|---|---|
| „Batterie - halt!“ | Auf „Halt“ fahren Seiten- und Höhenrichtkanonier das Geschütz per Hand in Nullstellung. |

### 1.2. Projekt 1159, 76mm, Seeziel-Schießen (Hauptverfahren)

Ausgangslage: Schiff in Bereitschaftsstufe 1. Die See- und Luftraumbeobachtungsstation MR-302 (GS-5/IV) hat ein Seeziel ohne Kennung aufgefaßt. Brücke hat das Ziel als „Gegner“ identifiziert und gibt Zielzuweisung an den BS/II.

**Brücke an BS/II:** „140 Grad (Schiffspeilung ), Entfernung 45 (Kbl), Seeziel. Zielzuweisung an GS-5/II, 1/II , 8/II!“  
Kommandeur GA-II wiederholt Befehl. Operator am MPZ-301 faßt Ziel auf.

**BS/II an GS-5/II:** „Elektronische Zielzuweisung von GS-3/II, 140 Grad, Entfernung 45, Seeziel!“  
Operator am MPZ-301 drückt den Knopf „Zielzuweisung“, GS-5/II richtet Fut-B-Antenne nach Zielzuweisung aus und faßt Ziel auf. GS-5/II meldet an BS-/II: „Ziel aufgefaßt, 140 Grad, Entfernung 45“.

**BS/II an Brücke:** „5/II Ziel aufgefaßt, 140 Grad, Entfernung 45“

**Brücke an BS/II:** „Ziel verfolgen!“

**BS/II an GS-5/II:** „Ziel verfolgen!“  
Die Waffenleitanlage wird auf „Zielverfolgung“ geschaltet. Der volle horizontale und vertikale Richtwinkel wird unter Berücksichtigung der verschiedenen Korrekturen automatisch ermittelt. GS-5/II meldet an BS/II: „Ziel wird verfolgt, Stb 60, Entfernung 45“.

**BS/II an Brücke:** „Ziel wird verfolgt, 140 Grad, Entfernung 45!“

**Brücke an BS/II:** „Geschütze laden!“

**BS/II an GS-1/II, 8/II:** „Geschütze laden!“  
Die Geschütze werden mit Hilfe der Elevatoren und der hydraulischen Ladeeinrichtung geladen. GS-1/II und 8/II melden an BS/II: „Geschütz geladen!“

**BS/II an Brücke:** „Geschütze geladen , GS 1/II und 8/II im Hauptverfahren feuerbereit!“

**Brücke an BS/II:** „140 Grad, Entfernung 45, auf Seeziel, Feuererlaubnis!“

**BS/II an GS-5/II, 1/II, 8/II:** „Zentral fern !“  
Kommandeur GA-II schaltet auf dem BS/II auf die Richtmethode „Zentral - fern“ (DU). Die Richtkanoniere legen die Schalter für den Seiten- und Höhenrichtantrieb auf „Zentral - fern“. Die Geschütze fahren automatisch den vollen horizontalen und vertikalen Richtwinkel ab.

**BS/II an GS-5/II, 1/II, 8/II:** „Nach gemessenen Ablagen! Salve – Feuer!“  
Kommandeur GA-II feuert 1 Granate pro Rohr ab. GS-5/II bestimmt die Ablagen und meldet an BS/II: „Links 10 (TD), mehr 2 (Kbl)!“

**BS/II an GS-5/II:** „Rechts 10, weniger 2!“  
An der Waffenleitanlage werden die Korrekturen eingestellt. GS-5/II meldet an BS/II: „Korrektur steht!“

**BS-II an GS-1/II, 8/II:** „Salve - Feuer!“  
Feuerkorrektur wird mit Einzelschuß bis zum Erhalt einer Deckendlage wiederholt , danach Übergang zum Wirkungsschießen mit Salvenfeuer.

**Brücke an BS/II:** „Halt!“  
Das Kommando „Halt!“ ist der Befehl zur Unterbrechung des Schießens. Danach kann das Schießen mit erneuter Feuererlaubnis fortgesetzt oder beendet werden.

**BS/II an GS-1/II, 8/II:** „Halt!“  
Die Geschütze bleiben nach Höhe und Seite gerichtet.

**Brücke an BS/II:** „Halt! Nicht beobachten , Sicherheit überprüfen!“

**BS/II an GS-5/II, 1/II, 8/II:** „Halt! Nicht beobachten , Sicherheit überprüfen!“  
GS-5/II schaltet „Zentral fern“ ab. Geschützführer überprüfen die Sicherheit/Rohrfreiheit und melden an BS/II: „Rohre frei, Sicherheit hergestellt!“

**BS/II an Brücke:** „GS-1/II und 8/II Sicherheit hergestellt , Rohre frei!“

**Brücke an BS/II:** „Batterie - halt!“

**BS/II an GS-5/II, 1/II , 8/II:** „Batterie - halt!“  
GS-1/II und GS-8/II fahren nach Seite und Höhe in die Nullstellung. GS-5/II geht auf befohlenes Arbeitsregime über.

Anmerkung:  
Das Schießen auf Luftziele erfolgte ähnlich. Wichtigste Unterschiede: Die Zielzuweisung war gleichzeitig die Feuererlaubnis. Es erfolgte kein Einschießen mit Feuerkorrektur.

### 1.3. Projekt 1159, 76mm, Luftziel-Schießen (Geschützführermethode)

Ausgangslage: Schiff in Bereitschaftsstufe 1. Die See- und Luftraumbeobachtungsstation MR-302 und die Funkmeßstation Fut-B sind ausgefallen. Der Geschützführer (GF) hat am Visier „Prisma“ eingestellt: 2-fache Vergrößerung, Aufsatz „0“, Entfernung 17 kbl. Durch den Signalgast wurde ein „gegnerisches“ Flugzeug ausgemacht und der Brücke gemeldet.

**Brücke an BS/II:** „Auf Jagdbomber, Bb 45, hoch 20, GF-Methode!“  
Beim Schießen auf Luftziele beinhaltet die Zielzuweisung gleichzeitig die Feuererlaubnis.

**BS/II an GS-1/II, 8/II:** „GF-Methode, auf Jagdbomber, Bb 45, hoch 20!“

**GF an Bedienung:** „Auf Luftziel, GF-Methode, Fernsteuerung!“  
Die Schalter 10ZN und ZS werden auf „Geschütz“ gelegt. Dadurch werden die Richtwerte vom „Prisma“ an die Geräte der Richtkanoniere geleitet. Der GF faßt mit dem optischen Visier das Ziel auf und verfolgt es. Er drückt das Pedal 63D und richtet dadurch das Geschütz automatisch auf das Ziel. GF bestimmt den Zielpunkt, hält das Ziel im Visier, legt den Schalter 16 auf „Salve“ und eröffnet mit dem Pedal 34 das Dauerfeuer.

**Brücke an BS/II** „Halt!“

Weiterer Ablauf: sh. Seezielschießen im Hauptverfahren. Lediglich die GS-5/II ist aus den weiteren Kommandos ausgespart.

## 2. Einsatz der UAW-Bewaffnung

### 2.1. Projekt 1159, RBU-6000, U-Jagd-Bugangriff

Ausgangslage: Schiff bei Geleitsicherung unter Bereitschaftsstufe I frei manövrierend in einem zugewiesenen Sicherungssektor. Beide Bugwerfer RBU-6000 geladen mit je 12 reaktiven Wasserbomben RGB-60. Hydroakustische Wache ist im Regime Echopeilung (Panoramabetrieb) eröffnet. Der Geleitbefehl legt fest, daß im Sicherungssektor des Schiffes ausgemachte U-Boote selbständig zu bekämpfen sind.

**GS-6/IV (Hydrostation) an HBS:** „Kontakt 325 Grad, 32 Kbl“  
Kommandant läßt Überwasserlage prüfen; im angegebenen Bereich kein Überwasserziel.

**Kommandant an GS-6/IV:** „Kontakt klassifizieren!“  
Zur Kontaktklassifizierung stehen dem Hydroakustiker verschiedene Merkmale zur Verfügung, z. B.:

- Zielbewegung (Peilungs- bzw. Kurswinkelveränderungen)
- Geräusche vorhanden ja/nein: Dazu wurde die Hydroanlage kurz auf Geräuschpeilung geschalten, um Motoren- oder Propellergeräusche des U-Bootes zu registrieren.
- horizontale Zielausdehnung
- Charakter des Echos: Größere Ziele wie U-Boote lieferten meist einen härteren Klang als kleine Ziele (Treibgut, Bojen) oder hydroakustische Störungen.
- Echotonhöhe: Der Klang des gesendeten hydroakustischen Signales wurde durch den Zustand des Schallmediums Wasser (Temperatur, Salz- und Planktonkonzentration) bestimmt und als Reverberationston bezeichnet. Durch den Dopplereffekt war der Echoton eines anlaufenden U-Bootes höher und der eines ablaufenden U-Bootes tiefer als der Reverberationston.
- Recorderaufzeichnungen vorhanden ja/nein, Trassenbild und Qualität der Aufzeichnungen: Der Recorder war ein Gerät, das reflektierte hydroakustische Signale in grafische Aufzeichnungen umwandelte.

Zusätzlich dienen dem Kommandanten die durch den BS/I bestimmten Bewegungselemente des Zieles (Kurs, Geschwindigkeit) als Merkmal, ob es sich bei dem Kontakt um ein U-Boot handeln könnte.

**GS-6/IV an HBS:** „Kontakt klassifiziert! 330 Grad, 30 Kabel. Peilungsauswanderung nach Backbord, Zielausdehnung 5 Grad, metallischer Klang, Geräusch vorhanden, Echoton höher, Recorderaufzeichnungen vorhanden, vermute Kontakt mit U-Boot.“

**Kommandant an GS-6/IV:** „Bestätige Kontakt mit U-Boot, Kontakt halten!“

**Kommandant an HBS:** „U-Boots-Alarm! Blau – weiß vor!“  
HBS löst U-Boots-Alarm aus und läßt Signal „Blau-weiß vor“ setzen. Das UKW- und Flaggensignal Blau-Weiß war nach dem Signalbuch der VOF das Signal für U-Boot-Kontakt. Mit zwei nachfolgenden Zahlengruppen wurde der Verband über Peilung und Entfernung zum U-Boot informiert. Waren Kurs und Geschwindigkeit des U-Bootes bekannt, folgten zwei weitere Zahlengruppen. GS-4/III schaltet UAW-Waffenleitsystem „Burja 1159“ zu (Bereitschaftszeit 1 min). „Burja 1159“ bestimmt ständig die Bewegungselemente des U-Bootes (Anzeige am Gerät 98 auf dem BS/III) und den vollen vertikalen und horizontalen Richtwinkel beider Werfer. BS/I und BS/III melden ihre Abschnitte klar zur U-Jagd.

**Kommandant an BS/I:** Bewegungselemente bestimmen!“  
BS/I berechnet nach Peilungs- und Entfernungsveränderungen des Kontaktes ebenfalls die Bewegungselemente. BS/I an Kommandant: „U-Boot-Kurs 193 Grad, Geschwindigkeit 6 Knoten.“

**Kommandant an BS/III:** „Frage: Kurs, Geschwindigkeit des U-Bootes?“  
BS-III meldet Werte von Burja-1159 an Kommandant: „U-Boot-Kurs 181 Grad, Geschwindigkeit 6 Knoten.“ Nach Vergleich der GA-I und der Burja-Werte legt der Kommandant einen Mittelwert fest oder entscheidet sich für einen der beiden gemeldeten Werte.

**Kommandant an BS-III:** „Bestätige Kurs 185 Grad, Geschwindigkeit 6 Knoten.“  
Kursveränderung wird in „Burja 1159“ eingestellt. HBS meldet dem Geleit Peilung, Distanz, Kurs und Geschwindigkeit des U-Bootes.

**Kommandant an HBS:** „Signal Nordpol/Nordpol – halb!“  
Das Signal Nordpol/Nordpol war nach dem Signalbuch der VOF eigentlich das Signal für einen Raketenangriff. Da für den UAW-Bugangriff ein spezielles Signal nicht existierte, kam bei den U-Jagd-Kräften unter Berücksichtigung des reaktiven Antriebes der Bomben dieses Signal zur Anwendung.

**Kommandant an BS/III und GS-6/IV:** „Angriff auf U-Boot nach Werten der Hydrostation. Steuerbordwerfer klarmachen zum Einsatz! GS-6/IV ständig Entfernung melden!“  
Kommandant legt Schiff auf einen für den Einsatzsektor des Steuerbordwerfers günstigen Annäherungskurs. Da die Werfer bereits geladen sind, meldet BS/III den Steuerbordwerfer klar zum Einsatz. GS-6/IV meldet in kurzen Abständen die sich verringernde Entfernung zum U-Boot.

**Kommandant an BS/III:** „Wassertiefe 50m, Detonationstiefe 40m, Salve aus 12, Steuerbordwerfer klar zur Salve!“  
Kommandeur GA-III gibt Befehl „Steuerbordwerfer klar zur Salve“ an GS-1/III (Richtstand) weiter, gibt über das Gerät 28A die Detonationstiefe in die Zünder der RGB-60 ein, stellt am Gerät 1RB eine volle Salve ein und schaltet den Schießstromkreis zu. GS-1/III schaltet den Richtantrieb des Steuerbordwerfers zu und meldet an BS/III „Werfer gerichtet.“ Über ein Folgezeigersystem auf dem BS/III kontrolliert der Kommandeur GA-III den Richtvorgang und meldet an HBS: „Steuerbordwerfer ist klar zur Salve!“

**Kommandant an HBS:** „Signal Nordpol/Nordpol –vor!“  
**Kommandant an BS-III:** „Achtung – Salve!“  
Kommandeur GA-III löst am Gerät 1RB die Salve aus. Schiff wechselt die Peilung zum U-Boot so, daß sofort der Backbordwerfer zum Einsatz kommen könnte. Auf Befehl des HBS wird der Steuerbordwerfer automatisch nachgeladen. Durch die detonierenden Wasserbomben geht der Kontakt kurzzeitig verloren. Nach Wiederherstellung und Auswertung des Kontaktes entscheidet der Kommandant, ob ein Wiederholungsangriff notwendig ist.

**HBS:** „Signal Nordpol/Nordpol – nieder!“

Bemerkung:  
Im Gegensatz zu den KSS-Projekt 50 war der Überlauf des U-Bootes (Heckangriff bei Einsatz des Wasserbomben-Ablaufgerüstes) nach erfolgtem Bugangriff nicht typisch für die KSS 1159. Die größere Reichweite der Hydrostation und der Bugwerfer sowie die kurze Nachladezeit gestattete es, auf größerer Distanz zum Gegner zu bleiben. Der Heckangriff war vorgesehen, wenn als Folge des Bugangriffes aus den Manövern des U-Bootes Einschränkungen seiner Gefechtsmöglichkeiten vermutet wurden und das U-Boot sicher vernichtet werden sollte.

Im Beispiel wird der Angriff „nach Werten der Hydrostation“ durchgeführt. Als eine Reservevariante war auch der Angriff „nach Werten des BS/I“ möglich. Dabei koppelte der GA-I einen fremden Kontakthalter und dessen Angaben mit und bestimmte ständig die eigene Peilung und Entfernung zum U-Boot. Diese Werte wurden in die UAW-Waffenleitanlage „Burja“ eingestellt und nach den Angaben des BS/I laufend präzisiert. Nach diesen Einstellungen war der Bugangriff möglich, ohne daß das Schiff selbst Kontakt zum U-Boot hatte.

„Burja 1159“ verarbeitete folgende Daten: Angaben der Hydrostation (Peilung, Entfernung zum Kontakt), Kurs, Geschwindigkeit, Schlinger- und Stampfwinkel des eigenen Schiffes. Damit wurden permanent die Bewegungselemente des U-Bootes und die vollen horizontalen und vertikalen Richtwinkel für beide Werfer bestimmt. Da durch die Bombensinkzeit die Salve einen Vorhalt erforderte, korrigierte die Anlage nach Eingabe der Detonationstiefe automatisch die Richtwinkel der Werfer. Für jeden Werfer konnte vom BS/III aus die Anzahl der einzusetzenden Bomben eingegeben werden: Einzelschuß, Salven aus 4, 8 oder 12 Rohren. „Burja 1159“ arbeitete innerhalb folgende Parameter:

- **Entfernung zum Kontakt.** bis 80 Kbl
- **Tauchtiefe des U-Bootes:** bis 300 m
- **Eigene Geschwindigkeit:** bis 45 Knoten
- **U-Boots-Geschwindigkeit:** bis 35 Knoten

Die UAW-Waffenleitanlage war außerdem zur Torpedoabwehr und zur automatischen Zielverfolgung bei zeitweiligem Kontaktverlust ausgelegt.

### 2.2. Projekt 50, BMB-2 und Ablaufgerüste, U-Jagd-Heckangriff

Ausgangslage: Schiff hat bei 6 Kbl Entfernung und 12 Kn Geschwindigkeit Bug-Angriff mit RBU-1200 durchgeführt. Kommandant entschließt sich, den Angriff sofort mit Wasserbomben der Heckgruppe (Werfer BMB-2 und Ablaufgerüste) fortzusetzen.

**Kmdt an BS/I und GS-2/1:** „Ruder Bb 5, 140 Grad steuern!“  
Mit einer Kursänderung nach dem Bugangriff leitet der Kommandant die Annäherungsphase des Heck-Angriffes ein und will eine stehende Peilung zum U-Boot erreichen.

**Kommandant an BS/I , BS/III, GS-2/IV:** „Heckangriff auf U-Boot, Detonationstiefe 50 m, Serie aus 6 endgültig klarmachen zum Wurf, gehe auf Annäherungskurs! Emil – halb!“  
Kommandeur GA-III befiehlt die Anzahl der Bomben und das Einstellen der Detonationstiefe an die GS-5/III und ermittelt aus der Peilung zum U-Boot und dessen Kurs ständig den Gegnerkurswinkel qk. Das Flaggen- und UKW-Signal „Emil“ war lt. Signalbuch der VOF (Verbündete Ostseeflotten) das Signal für den Angriff auf ein U-Boot mit Wasserbomben.

**Kommandant an GS-5/IV:** „Ständig Peilung und Entfernung zum U-Boot melden!“  
Mit dem verkürzten Melderythmus wird kontrolliert, ob die Peilung zum U-Boot steht und wie schnell sich die Geschwindigkeit zum U-Boot verringert. Die Annäherungsgeschwindigkeit beeinflußt die Auswahl der Ausgangsdistanz zur Einnahme des Gefechtskurses (=Angriffsdistanz). Peilungsveränderungen machen eine Korrektur des Annäherungskurses erforderlich.

**BS/I an Kommandant:** „Peilung wandert nach achtern aus, schlage Kursverbesserung auf 135 Grad vor.“

**Kommandant an GS-2/I:** „135 Grad steuern!“  
Mit dieser Kursänderung erreicht das Schiff wieder eine stehende Peilung zum U-Boot. Die Entfernung zum U-Boot hat sich auf 5 Kbl verringert.

**Kommandant an BS/III:** „Angriffsdistanz 4 Kbl, Angriffsgeschwindigkeit 18 Kn, Frage ϕ (Vorhaltewinkel phi) und tb (Bombenwurfzeit)?“  
Kommandeur GA-III bestimmt aus einer Tabelle nach erforderlichen Ausgangswerten (Gegnerkurswinkel, Angriffsdistanz, Angriffsgeschwindigkeit und Bombensinkzeit) die vom Kommandanten angeforderten Werte.

**BS/III an Kommandant:** „ϕ minus 25 Grad, tb 55 Sekunden. Serie aus sechs ist endgültig klar zum Wurf!“

**Kommandant an BS/V:** „Beide Maschinen Große Fahrt voraus!“  
Der Befehl wird so rechtzeitig gegeben, daß bei der Angriffsdistanz von 4 Kbl diese Geschwindigkeit bereits eingenommen ist.

**Kommandant an BS/I, BS/III und GS-2/I:** „Gehe auf Gefechtskurs, Achtung – Null. 145 Grad steuern, GS-5/III klar zum Wurf! Emil – vor!“  
Diese Befehle gibt der Kommandant als sich die Distanz zum U-Boot auf 4 Kbl verringert hat. I.WO und Kommandeur GA-III setzen auf „Achtung – Null!“ die Stoppuhren in Gang. Bei der Annäherung beobachtet der Kommandant, ob die Peilung weiter steht oder ob Peilungsveränderungen auf Ausweichmanöver des U-Bootes hinweisen. GS-5/IV meldet weiter ständig die Peilung und Entfernung zum U-Boot.

**GS-5/IV an Brücke:** „Peilung 170 Grad, Entfernung 1,2 Kbl, Kontakt verloren!“  
Das U-Boot befindet sich in der technisch toten Zone der hydroakustischen Anlage. Da keine Ausweichmanöver des U-Bootes auszumachen waren, setzt das Schiff den Angriff nach den zuletzt bestimmten Parametern fort.

**Kommandant an GS-2/IV:** „Blau-weiß – halb!“  
Mit diesem Flaggen- und UKW-Signal wird der Kontaktverlust zum U-Boot angezeigt.

**BS/III an Kommandant und GS-5/III:** „Noch 30 Sekunden bis zur Ersten!“  
BS/III meldet weiter alle 5 Sekunden bis „Erste Bombe – Wurf!“ Nach der Geschwindigkeit des Schiffes bestimmt der Kommandeur GA-III nach einer Tabelle den Zeitintervall zwischen den sechs Bomben und befiehlt nacheinander „Wurf der zweiten!“, „Wurf der dritten!“ usw. Brücke und GS-5/III beobachten, ob alle Bomben detonieren. Ein Blindgänger mit verzögerter Detonation könnte eine Gefahr für das eigene Schiff bei den nachfolgenden Manövern zur Wiederherstellung des Kontaktes zum U-Boot darstellen.

**BS/III an Kommandant:** „Meldung von GS-5/III: Sechs Detonationen beobachtet!“  
Nach den Detonationen der Bomben manövriert der Kommandant das Schiff in eine Position, die der GS-5/IV das Wiederherstellen des Kontaktes ermöglichen soll. Die Geschwindigkeit wird auf effektive Suchgeschwindigkeit verringert.

**Kommandant an BS/V, GS-2/I und GS-2/IV:** „Beide Maschinen Langsame Fahrt voraus! Ruder Stb 10, auf 270 Grad gehen! Emil – nieder!“ **Kommandant an BS/I:** „Frage Position des U-Bootes?“  
BS/I hat die letzten Bewegungselemente des U-Bootes weiter mitgekoppelt und meldet an Kommandant: „U-Boot vermutlich in Peilung 355 Grad, Entfernung 7 Kbl.“

**Kommandant an GS-5/IV:** „U-Boots-Suche im Sektor Stb 60 bis Stb 120 Grad!“

### 2.3 Projekt 133.1, UAW-Torpedo

Ausgangslage: Schiff bei Geleitsicherung unter Bereitschaftsstufe I frei manövrierend in einem zugewiesenen Sicherungssektor. UAW-Torpedos SÄT-40 sind vorläufig klargemacht (Rohre abgezogen, Feststellschrauben gelöst, Spindeln abgesenkt, Ausstoßpatronen eingesetzt). Hydroakustische Wache ist mit MG 322 im Regime Echopeilung (Panoramabetrieb) eröffnet. UAW-Waffenleitanlage „Burja“ und Torpedo-Waffenleitanlage „Summer“ sind in Bereitschaft geschalten. Der Geleitbefehl legt fest, dass im Sicherungssektor des Schiffes ausgemachte U-Boote selbständig zu bekämpfen sind.

Bemerkungen:  
Kontaktklassifizierung und die UKW- und Flaggensignale zum U-Boot und zum U-Boots-Alarm entsprechen inhaltlich der Kommandotabelle für den Bugangriff 1159 und werden deshalb hier nicht noch einmal näher erläutert.

**GS-6/IV an Brücke:** „Kontakt 325 Grad, 32 Kbl“  
Kommandant läßt Überwasserlage prüfen; im angegebenen Bereich kein Überwasserziel.

**Kommandant an GS-6/IV:** „Kontakt klassifizieren!“

**GS-6/IV an Brücke:** „Kontakt klassifiziert! 330 Grad, 30 Kabel. Peilungsauswanderung nach Backbord, Zielausdehnung 5 Grad, metallischer Klang, Geräusch vorhanden, Echoton höher, Recorderaufzeichnungen vorhanden, vermute Kontakt mit U-Boot.“

**Kommandant an GS-6/IV:** „Bestätige Kontakt mit U-Boot, Kontakt halten!“

**Kommandant an HBS:** „U-Boots-Alarm! Blau – weiß vor!“  
GS-6/III schaltet die Torpedo-Waffenleitanlage „Summer“ zu. „Summer“ berechnet aus Angaben der Hydrostation, dem Kurs und der Geschwindigkeit des eigenem Schiffes und unter Berücksichtigung des Seegangsverhaltens des Schiffes die Bewegungselemente des U-Bootes und die Schusswerte für den Torpedoangriff. BS/I und BS/III melden ihre Abschnitte klar zur U-Jagd.

**Kommandant an BS/I:** „Bewegungselemente bestimmen!“  
BS/I berechnet nach Peilungs- und Entfernungsveränderungen des Kontaktes ebenfalls die Bewegungselemente. BS/I an Kommandant: „U-Boot-Kurs 193 Grad, Geschwindigkeit 6 Knoten.“

**Kommandant an BS/III:** „Frage - Kurs, Geschwindigkeit des U-Bootes?“  
BS-III prüft Werte von „Burja“ und „Summer“ und meldet an Kommandant: „U-Boot-Kurs 181 Grad, Geschwindigkeit 6 Knoten.“ Nach Vergleich der GA-I und der GA-III-Werte legt der Kommandant einen Mittelwert fest oder entscheidet sich für einen der beiden Werte.

**Kommandant an BS-III:** „Bestätige Kurs 185 Grad, Geschwindigkeit 6 Knoten.“  
Die Kursveränderung wird in „Summer“ eingestellt und von „Summer“ verarbeitet. HBS meldet dem Geleit Peilung, Distanz, Kurs und Geschwindigkeit des U-Bootes.

**Kommandant an HBS:** „Signal Richard - halb!“  
Das UKW- bzw. Flaggensignal Richard war lt. Signalbuch der VOF das Signal für einen Angriff mit (UAW-) Torpedos.

**Kommandant an BS/III und GS-6/IV:** „Angriff auf U-Boot mit SÄT-40, Rohr 1 und 3 klarmachen zum Fächerschuß, Lauftiefe 40m, Laufbegrenzung 60m, α 50 Grad, Ds 500m. Gehe auf Annäherungskurs, GS-6/IV ständig Entfernung melden!“  
Kommandant legt Schiff auf einen für den Einsatz der Steuerbordrohre günstigen Kurs. Kmdr. GA-III stellt am Gerät 101T den Rohrwahlschalter auf Rohr 1 und 3. GS-6/III leitet die befohlenen Werte in die Geräte 13T bzw. 28T ein und meldet an BS/III: „Rohr 1 und 3 klar zum Schuß!“ BS/III meldet an Kommandant. GS-6/IV meldet in kurzen Abständen die sich verringernde Entfernung zum U-Boot.

Erläuterung der Einstellwerte:

- **Lauftiefe:** Lauftiefe des Torpedos; entsprach der Tauchtiefe des U-Bootes oder der halben Wassertiefe im Seegebiet
- **Laufbegrenzung:** untere Tiefenlauf-Begrenzung (Wassertiefe minus 20 m)
- **Winkel α:** Spreizwinkel zur Einnahme des Fächers
- **Ds:** Geradlaufstrecke während der Spreizung zur Einnahme des Abstandes der Torpedos im Fächer

**Kommandant an BS/III:** „Fächerschuß Rohr 1 und 3, gehe auf Gefechtskurs!“  
BS/III leitet Befehl an GS-6/III weiter. GS-6/III löst Sicherheitsvorstecker und meldet an BS-III „Rohr 1 und 3 fertig!“ BS/III meldet an Kommandant.

**Kommandant an HBS:** „Signal Richard – vor!“

**Kommandant an BS-III:** „Rohr 1 und 3 los!“  
BS/III löst am Gerät 68T den Torpedoschuß aus Rohr 1 und 3 aus. GS-6/III meldet „Torpedos haben Rohr 1 und 3 verlassen.“ BS/III leitet Meldung an Kommandant weiter. Torpedos nehmen die berechnete Schusspeilung und den befohlenen Fächer ein und beginnen nach einer Geradlaufstrecke auf Schleifen mit aktiver (hydroakustischer) und passiver (Geräusch) Zielsuche. Wurde bis zum Ende der Laufstrecke das Ziel nicht ausgemacht, begann ein automatisches Zielsuchprogramm in Form einer Spirale.

**Kommandant an HBS:** „Signal Richard – nieder!“  
Nach dem Torpedoschuß befiehlt der Kommandant den neuen Kurs der sich aus Gefechtskurs +/- 75 Grad ergibt. Nach 1-2 Minuten auf diesem Kurs manövriert das Schiff zur Wiederherstellung des Kontaktes und je nach Lage zum Einsatz der Bb-Torpedorohre oder der RBU-6000.
