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title: "Wendezeit in der Volksmarine – ein Rückblick"
autoren: ["Hendrik Born"]
quelle: "Marinekameradschaft KSS e.V., KSS-Broschüre Teil 8"
projekte: ["50", "1159", "133.1"]
schiffe: ["Berlin", "Lütjens"]
zeitraum: "1989–1990"
url: "https://die-geschichte-von-kss.de/geschichten/t08-wendezeit-in-der-volksmarine"
lizenz: "Texte unverändert; Rechte bei Marinekameradschaft KSS e.V. und den Autoren. Siehe https://die-geschichte-von-kss.de/quellen"
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# Wendezeit in der Volksmarine – ein Rückblick

> Der letzte Chef der Volksmarine, Vizeadmiral Hendrik Born, gibt Auszüge aus einem Zeitzeugen-Interview des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes Potsdam (2005) wieder. Themen sind sein Selbstverständnis als Berufssoldat, die Gefechtsbereitschaft der VM, die Reformbewegung und Parteiaustritte 1989/90, die Reformpläne unter Admiral Hoffmann und Minister Eppelmann, die Treffen mit dem Inspekteur der Bundesmarine Vizeadmiral Mann auf der „Lütjens“ und die Stilllegung der Flotte zum 3. Oktober 1990.

## Vorwort

Nun sind 20 Jahre seit dem Moment des Niederholens der Flagge der Volksmarine vergangen. Die Frage, wie konnte es dazu kommen, dass die DDR und damit zwangsläufig die NVA so sang- und klanglos verschwinden konnten, ist bis heute noch nicht aufgearbeitet. Natürlich gibt es dazu eine Flut von Veröffentlichungen. Auffallend ist, dass diejenigen, die gar nicht in der DDR gelebt haben, alles sehr genau wissen und dieses mit erstaunlichem Selbstbewusstsein in allen zur Verfügung stehenden Medien kundtun.

Wenn man sich die Mühe macht, nach soliden Veröffentlichungen zu suchen, wird man nur in Nischen-Verlagen oder in Veröffentlichungen wenig spezialisierter Fachorgane mit geringer Auflage fündig. Dazu rechne ich bedingt auch Veröffentlichungen des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Potsdam, welches sich die Mühe machte, Zeitzeugen zu hören und die Aussagen für die „Nachwelt“ zu dokumentieren. Die Leitung dieses Amtes hatte mich eingeladen, als ein solcher Zeitzeuge ein Interview vor allem zur Wendezeit zu geben. Kamerad Hans Steike hat dieses auf meine Bitte hin durchgearbeitet und vorgeschlagen, einige besonders interessierende Passagen in dieser Broschüre zu veröffentlichen. Schließlich haben die damaligen Ereignisse um die KSS-Brigade und –Abteilungen keinen Bogen gemacht.

Wie kam es zu dem Interview? Wie vieles in meinen Leben - durch Zufall. Nach einer wechselvollen Karriere nunmehr als westdeutscher Manager landete ich 1990 bei der MAN Turbo AG in Oberhausen und wurde damit Wochenendpendler Ruhrgebiet - Küste. Eines Freitags meldete ich mich in den VKU ab und suchte wie immer nach einem Sitzplatz im überfüllten IC nach Bremen, knallte mich gereizt auf den letzten freien Platz und saß plötzlich neben Vizeadmiral a. D. Mann, Inspekteur der Bundesmarine in der Wendezeit. Die übliche blöde Frage, fast gleichzeitig von uns beiden gestellt: „Was machen Sie denn hier?“ Im weiteren Gespräch stellte sich heraus, dass er als Zeitzeuge in besagtem Forschungsamt gehört worden war. Meine Frage: „Wieso nur Sie? Man muss beide Seiten hören!“ Damit stimmte er voll überein und versprach, das Institut entsprechen zu informieren.

Ich bekam dann auch wirklich eine Einladung von Oberst Dr. Winfried Heinemann, dem Leiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. Am 6. Januar 2005 stand ich dann (unvorbereitet) über drei Stunden Rede und Antwort. Die Fragen stellten Oberst Dr. Heinemann, sowie die Mitarbeiter des Instituts Dr. Bruno Thoß und Fregattenkapitän Dr. Frank Nägler. Das Interview wurde in der Villa Ingenheim des Militärgeschichtliches Forschungsamt Potsdam durchgeführt. Ich hatte keinerlei Vorinformationen erhalten. So habe ich aus dem Gedächtnis die Fragen beantwortet. Der Mittschnitt des Tonbandes wurde mir später zugesandt mit der Versicherung, dass dann nur das geschriebene Wort gilt. Ich habe mich dann über ein halbes Jahr mit dieser Aufgabe beschäftigt, um so wahrheitsgetreu wie möglich die Fakten darzustellen und um mir selbst Zeit zu nehmen, die eigenen Positionen zu durchdenken. Ich kann jedoch anmerken, dass sich die niedergeschriebene Fassung zwar vom Stil, Ausdruck und Umfang deutlich vom mündlichen Mitschnitt unterscheidet, jedoch die Kernaussage zu allen Fragen gleich geblieben ist.

Ich hoffe, dass dieser Auszug aus dem Interview einige Fragen zu den Ereignissen der Wendezeit beantwortet. Ich bin mir bewusst, dass dies nur einen kleinen Zeitabschnitt betrifft, allerdings den, der uns als ehemalige Angehörige der VM besonders naheliegt. Natürlich steht das vollständige Dokument allen Mitgliedern unserer Kameradschaft zur Verfügung, jedoch nur privat und nicht zur Veröffentlichung. Das gilt auch für die zwei Niederschriften aus meinen Treffen als Chef der Volksmarine mit dem damaligen Inspekteur der Marine der BRD, Vizeadmiral Mann, die als Kopie im Anhang 1 dieser Broschüre zu finden sind.

*Abbildung (Teil 8, S. 25): 14.12.1989 - Übernahme der Dienstgeschäfte als Chef der Volksmarine*

## Auszüge aus dem Interview:

**Frage Dr. Heinemann:** Wenn man den Offizierberuf festmacht zwischen Seefahrt, Professionalität, Dienst für das Land im abstrakten Sinne und Dienst in einer Armee, die sich als Armee der Partei darstellt - wo würden Sie in diesem Spannungsfeld Ihr eigenes berufliches Interesse verorten?

**Antwort:** Ich war Berufssoldat im wahrsten Sinne des Wortes. Diesen Beruf habe ich durch den vierjährigen Besuch der Seeoffiziersschule erlernt, wie andere den Ingenieursberuf. Deshalb bin ich stets sauer, wenn ich in irgendwelchen Dokumenten über mich lese Beruf: Ohne. Mein eigentliches Ziel zur Ausübung meines Berufes war es dann auch, Kapitän bzw. Kommandant zu werden und diese Aufgabe dann professionell viele Jahre auszuüben. Wie hartnäckig ich dieses Ziel verfolgte, sollen die folgenden Beispiele belegen: Das erste Mal versuchte mich der damalige Leiter der Politabteilung der 4. Flottille in Warnemünde im Verlaufe eines langen Abends, auf dem auch nicht wenig getrunken wurde, zu überreden, die Politlaufbahn einzuschlagen. Er bezog sich u.a. darauf, dass ich gut mit den Leuten umgehen könne und bei der Truppe angesehen sei. Obwohl er mit Beförderung und anderen Vorteilen lockte, lehnte ich ab, was die Gefahr von Nachteilen in sich barg. Letztendlich konnte ich meine Kommandeurslaufbahn ohne Probleme fortsetzen. Für mich kam es also nicht darauf an, Karriere zu machen, sondern ich suchte stets nach einer Möglichkeit, solange wie möglich, zur See zu fahren. Als Kommandant konnte man innerhalb seines „Reiches“ vom Bug bis zum Heck relativ frei seine Vorstellungen umsetzen.
Später, als ich dann die Militärakademie in Leningrad absolviert hatte, die als die „höchste Weihe“ eines Seeoffiziers der VM galt und mit dem sog. „Vorfahrtszeichen“ – das rhombenartige Abzeichen der Absolventen – versehen war, erkundigte sich der damalige Kaderchef der VM noch in Leningrad nach meinen Einsatzwünschen. Ich hatte immerhin das Diplom mit „Auszeichnung“ erhalten. Zu seinem Erstaunen bat ich, nicht in eine höhere Dienststellung, sondern wieder als Kommandant des neuen KSS Pr. 1159 (Fregatte Typ KONI), eingesetzt zu werden. Er zeigte sich überrascht und meinte: „Das muss ich dem Alten (Chef VM) sagen, sie sind der Erste, der nicht um einen Einsatz in höherer Dienststellung bittet“. Ich antwortete, dass ich weiter nichts möchte, als wieder zur See zu fahren. Somit war ich dann laut Stellenplan 3 Jahre lang Kommandant des Schiffes „Berlin“, welches wegen verspäteter Lieferung erst dann zugeführt wurde, als man mich dann letztendlich doch gegen meinen erbitterten Widerstand in die Operativabteilung des Flottillenstabes holte. Dieses zeigt, dass ich wirklich bestrebt war, den BERUF des Seeoffiziers auszuüben. Unabhängig davon war mir bewusst, dass ich Soldat war, der die Aufgaben zu erfüllen hatte, die er gestellt bekommt - von Partei und Regierung. So dass ich mich einerseits als Militärspezialist verstand und andererseits als überzeugter Sozialist natürlich bereit war, die Vorgaben, die eine Armee immer hat - eine Armee ohne politische Vorgaben ist ein Söldnertrupp - ohne Widerspruch mit bestmöglichem Können und höchstem Einsatz zu erfüllen.
Aber ich habe auch bis heute Probleme damit, die NVA als Parteiarmee anzusehen, das klingt, als wenn wir eine Armee bestehend aus lauter Parteifunktionären wären. Unbestritten ist, dass die DDR von der Partei geführt wurde. Die SED gab in Übereinstimmung mit den Blockparteien die politischen und wirtschaftlichen Ziele vor und stellte auch der NVA die zu lösenden Aufgaben. Die Regierung mit ihren Ministerien hatte diese Vorgaben zu erfüllen. Dieses geschah letztendlich durch Menschen, die hoch qualifiziert waren, Arbeiter, Ingenieure, Wissenschaftler und Berufssoldaten, die professionell ihre Arbeit erledigten.

**Dr. Thoß:** Darf ich vielleicht etwas ergänzen, denn das ist ein Zentralthema auch von mir, vielleicht zu Ihrer Zeit nicht mehr ganz so dramatisch wie in der Zeit der massiven Vergeltungsstrategie, aber von Prinzip her war die westliche Vorstellung natürlich diese: Ein Krieg beginnt durch einen Angriff der Streitkräfte des Warschauer Paktes und es muss schnelles Ziel der westlichen ersten Gegenreaktionen sein, die Basen der östlichen Streitkräfte zu zerstören, im Regelfall auch nuklear zu zerstören, um einfach den Krieg nicht mehr aus der Tiefe nähren zu lassen. Das heißt, die Volksmarine geht hinaus und in ihrem Rücken, während ihres Einsatzes, werden ihre Basen zerstört, so dass sie dann eine Flotte ohne Basen darstellen würde. Ist das bei Ihnen bekannt gewesen?

**Antwort:** Bei jeglichen Kriegsspielen, die ich mitgemacht habe, gingen die ersten Schläge von den uns gegenüberstehenden Truppen der NATO aus. Stichwort „Vorwärtsstrategie“. Richtig ist, dass wir davon ausgingen, dass bei einem Kriegsausbruch mit ersten massiven Schlägen gegen unsere Basen und rückwärtigen Einheiten zu rechnen sei. Deswegen hatten wir eine wahnsinnig hohe Gefechtsbereitschaft. Nach 50 Minuten musste die erste Schiffsabteilung, die so genannte Bereitschaftsabteilung, den Stützpunkt verlassen haben. Diese Bereitschaft galt für jeden Tag des Jahres. Ich als Kommandeur oder mein Stabschef hatte täglich eine Bereitschaft von 40 Minuten zur Besetzung unserer Führungsstelle zu gewährleisten. 50 Prozent des Personals hatte ständig an Bord zu sein. Alle technisch einsatzbereiten Schiffe waren ständig auslaufbereit, ob Weihnachten, Ostern, Neujahr, Sommer- oder Urlaubsperiode. Alle Kampfschiffe waren gemäß den Bestimmungen mit 1-3 Kampfsätzen aufmunitioniert. Da die Besatzungen außer denen der Schnellboote an Bord wohnten, lebte man rund um die Uhr auf voll aufmunitionierten Schiffen. Es existierte eine hohe Kultur der Dezentralisierung. Es waren Dezentralisierungsräume, Wechselräume, Maßnahmen zur Tarnung und Täuschung der dezentralisierten Einheiten festgelegt. Monatlich wurde die Alarmierung des gesamten Personalbestandes eines Verbandes, teilweise unter Einbeziehung der Zivilbeschäftigten, häufig mit gefechtsmäßigem Auslaufen und Elementen der Dezentralisierung trainiert. Sozusagen auf Knopfdruck war es möglich, innerhalb weniger Stunden die gesamte VM aus den Basen auslaufen zu lassen. Dazu kam, dass das System der Rückwärtigen Sicherstellung ebenfalls dezentralisiert ausgelegt war. Es gab dezentralisierte Übergabestellen für Munition und Ausrüstung an der Küste, genauso wie Reparaturstützpunkte u. ä. Die 6. Flottille verfügte über schwimmende Stützpunkte, die nach Dezentralisierung in der Lage waren, die Schnellboote mit allem Notwendigen in See zu versorgen, einschließlich medizinischer Betreuung.
Dazu kam eine perfekte Organisation der Mobilmachung des Landes. Schon beim Bau von Handelsschiffen, Pontons für die Binnenschifahrt, beim Bau von Brücken u.ä. hatten die Verantwortlichen eine mögliche Nutzung für den Verteidigungsfall vorzusehen. Jeder LKW, jeder Fischkutter, jeder Reservist hatte seinen vorgesehenen Platz in den aktiven Verbänden. Es war uns praktisch möglich, innerhalb von zwei Tagen unsere Kräfte um fast 100 Prozent aufzufüllen, vor allem auf dem Gebiet der Sicherstellung der Kampfeinheiten.
Das zeigt, dass man sehr wohl davon ausging, dass unsere Basen und Rückwärtigen Einrichtungen Ziel der ersten Schläge sein würden und alles tat, um im Ergebnis dieser ersten Schläge geringe Verluste zu erleiden und die Fähigkeit zu bewahren, sofort Gegenschläge zu führen – auch unter den Bedingungen des Einsatzes von ABC-Waffen.

**Dr. Nägler:** Das wären jetzt die von der westlichen Seite zu Einsatz gebrachten Nuklearwaffen.

**Antwort:** Ja.

*Abbildung (Teil 8, S. 27): 31.05.1990 - Begrüßung der Teilnehmer des letzten Gemeinsamen Geschwaders*

**Dr. Nägler:** Wie sah es nun mit dem Nuklearwaffeneinsatz aus?

**Antwort:** Wir verfügten über keine Nuklearwaffen. Bei Kriegsspielen wurde natürlich der Einsatz von ABC-Waffen durch den Gegner angenommen. Man kann sagen, bis Ende der 80iger Jahre war dies grundlegender Bestandteil jeder Ausgangslage. Doch nicht nur bei Kriegsspielen. Bei allen Fragen die Landesverteidigung betreffend wurde von so einem Einsatz ausgegangen. So beim Neubau von Kriegsschiffen und auch beim Bau von Handelsschiffen. Bei fast jedem Auslaufen zur Gefechtsausbildung war das Üben von Handlungen in See unter ABC-Bedingungen ein wichtiger Bestandteil. Sodass die Schutzmaske und der sperrige „Kampfanzug See“ zu meist gehassten Ausbildungsgegenständen für Mannschaften und Offiziere wurde.

**Dr. Heinemann:** Vielleicht kommen wir dann auf die Wendezeit. Sie hatten ja schon angedeutet, dass das dann ganz leise anfängt. Es gibt in der Spätphase der NVA eine Reformbewegung - Militärreform - gerade auch unter den jüngeren Leistungsträgern, zu denen Sie gehört haben. Gab es das in der Volksmarine auch und wann fängt das etwa an? Wann nahmen Sie wahr, dass es da Leute gab, die wirklich auch gezielt auf Veränderung drängten?

**Antwort:** Mitte-Ende der 80iger Jahre gab es großen Reformbedarf in der NVA. Dieser bezog sich nach Ansicht der führenden Militärs jedoch vorrangig auf notwendige Veränderungen im Aufbau der Armee im Ergebnis der gravierenden politischen Veränderungen in Europa und den USA, wesentlich bestimmt durch Gorbatschow. Die These von der Nichtführbarkeit eines Atomkrieges in Europa, sowie die Friedensoffensive speziell von Honecker im Kontext mit den immer sichtbarer werdenden ökonomischen Problemen in der DDR machten es einfach unumgänglich, personell und technisch abzurüsten und eine neue Militärdoktrin, die in Übereinstimmung mit der neuen weltpolitischen Lage stehen musste, zu entwickeln. Es war spürbar, dass die Militärs in Moskau und den anderen Warschauer Vertragstaaten, einige Jahre gebraucht hatten, um zu reagieren. Man merkte auch, wie schwerfällig reagiert wurde. Es war bisher undenkbar, dass Berufssoldaten einfach entlassen werden mussten. Wohin mit Ihnen? Es war kein Geld für eine Außerdienststellung von nicht mehr benötigtem Gerät, schon gar nicht für entsprechenden Ausgleich in der Bewaffnung vorhanden. Jahrzehntelanges Leben der Berufssoldaten in einer permanenten „Kriegsbereitschaft“ löste Unverständnis darüber aus, dass das plötzlich alles nicht mehr gelten sollte, dass man nicht mehr gebraucht wurde. Das waren die anstehenden Probleme in der Endphase der NVA. In dieser Frage wurden in der VM schon offene Diskussionen geführt. Der damalige Chef der VM, Vizeadmiral Theodor Hoffmann, hatte diese gefördert. Wir als Flottillenchefs konnten schon ein Wort mitreden. Ich habe z.B. als Chef der 1. Flottille persönlich ein neues System der Auffüllung und Ausbildung der Bordbesatzungen in der 1. Flottille eingeführt, ohne mich groß mit dem Kommando der VM abzustimmen. Grund war, dass immer mehr Wehrpflichtige teilweise sogar ohne Spezialausbildung direkt an Bord der Kampfschiffe zugeführt wurden, die ja alle im System der ständigen Gefechtsbereitschaft eingegliedert waren und ohne Rücksicht auf den unzureichenden Ausbildungszustand einzelner neuer Besatzungsmitglieder sogar zu Manövern mit scharfem Schuss ausliefen. Das war unverantwortlich und teilweise lebensgefährlich. Also habe ich eigenständig reagiert und alle Neuzuführungen auf einem „Ausbildungsschiff“ konzentriert und dieses Schiff praktisch aus dem System der Gefechtsbereitschaft herausgelöst. Das zeigt, dass wir schon die Notwendigkeit von Reformen von oben bis unten erkannt und im Rahmen unserer Möglichkeiten reagiert hatten. Allerdings hatte dies noch nichts mit den Reformen während der Wendezeit gemein. Es hat uns aber darauf vorbereitet, dass vieles, was bisher unantastbar schien, sehr wohl in Frage gestellt werden konnte. In dieser Zeit stellte sich dann auch heraus, welche Personen Änderungen gegenüber aufgeschlossen waren und welche am Althergebrachten festhielten. In der VM gehörten zu den Reformwilligen zu allererst der Chef, Admiral Hoffmann, sein Chef des Stabes, Konteradmiral Rödel ebenso. Der Stellvertreter des Chefs der VM und Chef der Rückwärtigen Dienste, Vizeadmiral Hofmann, war da schon konservativer und stellte sich in der heißen Phase der Wendezeit als echter Hardliner dar. Erstaunlicherweise gab es im Apparat der Politorgane viele Köpfe, die die Reformansätze aktiv unterstützten, z.B. Konteradmiral Miltzow, Konteradmiral Henninger, sowie mein Stellvertreter und Leiter der Politabteilung der 1. Flottille, Kapitän zur See Degner. Insgesamt scheint es mir, dass die VM relativ souverän mit den zunächst vorsichtigen und dann sich dramatisch verschärfenden Änderungen umging. Das kam auch zum Ausdruck auf den Versammlungen der SED Grundorganisationen, die in allen Einheiten existierten. Die Mitglieder, vor allem Berufssoldaten, diskutierten offen, teilweise hitzig und oft kontrovers, wie die Veränderungen zu bewältigen seien. Es war also bei weitem nicht so, dass die Masse der SED-Mitglieder keine Veränderungen wünschte. Die meisten trugen die Reformbewegung mit. Die Geister schieden sich dann an der Frage der sofortigen Vereinigung oder einer grundlegenden Erneuerung der DDR. Eine stufenweise Vereinigung über eine Konföderation wurde dagegen auch von vielen SED-Mitgliedern unterstützt.
Im Nachhinein kann ich feststellen, dass wir fast unmerklich aus der Phase der militärtechnischen Reformen der NVA in eine radikale Reform der NVA bis hin zu ihrer Vereinigung mit der Bundeswehr und dem letztendlichen Verschwinden als selbständige Armee geschlittert sind. Viele haben sich mit treiben lassen, einige sind beiseite getreten oder getreten worden, doch viele haben den Prozess verantwortungsbewusst bis hin zur Selbstverleugnung mitgestaltet. Admiral Hoffmann steht da für mich an erster Stelle, ausdrücklich muss ich für die VM das Führungspersonal an meiner Seite, sowie ausnahmslos alle mir als CVM nachgeordneten Kommandeure nennen.

**Dr. Heinemann:** Aber irgendwann muss ja doch der Punkt gekommen sein, wo die ersten Offiziere der Volksmarine aus der Partei ausgetreten sind, wo die ersten Offiziere der VM sich in irgendeiner Weise geäußert haben zu den Montagsdemonstrationen?

**Antwort:** In dem Maße, wie die Unruhe in der Bevölkerung wuchs, wuchs auch die Unruhe bei uns in der VM. Die Ausreisewellen über Ungarn und der Tschechoslowakei und die Reaktion der Parteiführung bzw. deren Sprachlosigkeit stifteten ebenfalls Unruhe und Verwirrung besonders unter den Berufssoldaten. Parteiaustritte waren seit dem Ende des Jahres 1989 nichts Besonderes mehr. Die SED und die Politorgane verloren dramatisch an Einfluss. Viele Politoffiziere waren Anfeindungen von den eignen Unterstellten ausgesetzt.
Ich selbst habe als CVM an keiner Maßnahme der SED mehr teilgenommen. Das ergab sich praktisch von selbst, da ich zu keiner Versammlung eingeladen wurde. Es fanden wohl auch in meiner Grundorganisation keine mehr statt. Ich ließ die Mitgliedschaft einfach ruhen und wartete ab, was die neue Führung unter Gysi und Modrow als Alternative bieten würde. Bald stellte sich heraus, dass die Modrow Regierung uns sozusagen links liegen ließ. Die SED-PDS und das ND traten sogar offen gegen die NVA auf. Es gab Forderungen nach einer sofortigen Auflösung der NVA. Selbst ehemalige verantwortliche Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung des ZK der SED (ehemals Apparat E. Krenz) - für uns früher so etwas wie die heilige Inquisition - beteiligten sich an der Kampagne gegen die NVA.
Da hielt ich die Zeit für gekommen, die Partei zu verlassen. Anfang 1990, das Datum habe ich zurzeit nicht greifbar, teilte ich zunächst auf der üblichen Morgenlage meinen Stellvertretern und Direktunterstellten meinen Entschluss mit, die Partei zu verlassen. Zu meiner Überraschung schlossen sich ausnahmslos alle Admirale und leitenden Offiziere am Tisch dieser Entscheidung an.
Die langgedienten Soldaten warteten offensichtlich selbst in diesen Tagen auf Entscheidungen „von oben“.
Einer von ihnen kam am Mittag zu mir, und berichtete bedrückt, dass er doch Mitglied der SED-PDS bleiben wolle. Ich sagte ihm, dass es völlig in seiner Entscheidung liege. Dienstlich wird diese Entscheidung nicht den geringsten Einfluss haben. Wir haben dann beide bis zum Ende sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet und halten noch heute Verbindung. Um Klarheit zu diesem Thema in der VM zu schaffen habe ich in einem Fernschreiben alle Kommandeure von meinem Parteiaustritt informiert. Allerdings nicht meinen Vorgesetzten, Admiral Hoffmann. Der rief mich bald darauf an, und fragte, ob das Gerücht über meinen Parteiaustritt stimme. Ich bestätigte. Er nahm das zur Kenntnis und wir kamen nie wieder auf das Thema zurück. Ich weiß, dass er bis heute ein sehr geachtetes Mitglied der PDS ist. Natürlich tut dies unseren seltenen doch immer von gegenseitiger Hochachtung geprägten Kontakten keinen Abbruch. Soweit zu der Frage der Parteiaustritte.
Doch zurück zu meiner Zeit Ende 1989 in der 1.Flottille.
Es kam zunehmend zu verbalen Angriffen auf die Vorgesetzten und Politorgane. Teilweise aus echter Sorge um die Zukunft, teilweise konnte man in der Atmosphäre der freien Rede alte Rechnungen mit Vorgesetzten begleichen. Es war modern geworden über „Privilegien“ zu reden, man konnte auch ungestraft grundlos Beschuldigungen vorbringen. Die meisten Marineangehörigen konnten in dieser Phase fehlender Vorgaben „von Oben“, einer gewissen Hilflosigkeit der Politorgane und Unsicherheit der Vorgesetzten mit dieser neuen Freiheit nicht souverän umgehen.
Ein negativer Höhepunkt in dieser Phase war ein Vorfall auf einem U-Boot-Abwehrschiff unserer Flottille. Während einer Ausbildungsfahrt hatte man unter Führung des 1. Wachoffiziers den Kommandanten abgesetzt. An sich eine klassische Meuterei. Ich habe selbst die Untersuchung geführt. Bis heute sind mir die genauen Gründe dafür nicht klar geworden. Es war ein konfuses Gemisch von persönlichen Aversionen, einer politisch nicht näher zu bestimmender Unzufriedenheit und Unreife des sehr jungen Kommandanten, sowie des noch jüngeren 1.WO.
Dieses Schiff war mit seiner Einheit in Sassnitz stationiert. Später haben Berufssoldaten dieser Abteilung an Demonstrationen in Sassnitz teilgenommen. Auf all diese Erscheinungen haben wir als Flottillenleitung mit Augenmaß reagiert. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon offiziell als neuer Chef der VM nominiert. Somit hatte ich einen Vorgeschmack dafür bekommen, welche Probleme zur Lösung in der Flotte anstanden. Ich hatte verstanden, dass alle bisherigen Normen des Lebens in der NVA zumindest zeitweise sehr flexibel auszulegen sind und vor allem die Kommandeure vor Ort eigenverantwortlich, feinfühlig mit politischem Gespür auf die Situation sowohl hinter dem Kasernenzaun als auch davor zu reagieren haben,

**Dr. Heinemann:** Herr Dr. Wenzke hat notiert, dass Sie einen Einsatz der Armee gegen das eigene Volk strikt abgelehnt haben. Ist das eine Frage, die sich in der VM überhaupt gestellt hat?

**Antwort:** Nein, diese Frage hat sich für meine Umgebung nicht gestellt. Natürlich haben uns die zunehmend massiv werdenden Demos verunsichert. Zunächst glaubten wir, die Parteiführung hätte ein Konzept, wie damit umzugehen wäre. Doch es war zunehmend spürbar, dass da nur Sprachlosigkeit war.
In der kritischen Zeit hatte ich zufällig eine Kommandeursweiterbildung an der Militärakademie in Dresden zu absolvieren. Sinnigerweise unter dem Thema „Erste Operationen der Landstreitkräfte“. In unserer Gruppe befanden sich hohe Offiziere, Lehrkräfte der Akademie, Divisionskommandeure u.a. leitende Offiziere. Ich war Gruppenältester. Als sich in Dresden die Lage zuspitzte, interessierten wir uns zunächst für die 11 Punkte des „Neuen Forums“ und besorgten uns das Dokument. Erstaunt stellten wir fest, dass die dort aufgezeichneten Forderungen durchaus vertretbar waren, zumindest eine Diskussionsbasis darstellten. Außerdem mischten sich unsere Lehroffiziere in Zivil unter die Demonstranten und berichteten: Von Konterrevolution oder Staatsgefahr keine Spur. Andererseits fühlten die Kommandeure aus unserer Seminargruppe Sorge um den Zustand ihres jeweiligen Verbandes. Denn einerseits griff die Unruhe auf die eigene Truppe über, andererseits drohten Angriffe auf unsere Kasernen. Wir schrieben also an den damaligen Verteidigungsminister, Armeegeneral Keßler, und baten, den Lehrgang zu beenden und uns zur Truppe zurück zu versetzen. Er antwortete, dass er dazu keine Veranlassung sehe. Daraufhin setzten wir uns zusammen und einigten uns auf folgende Einschätzung der Situation: Das Politbüro (Keßler war ja Mitglied) ist nicht mehr Herr der Lage; die Forderungen des „Neuen Forums“ und der Masse der Demonstranten sind nicht staatsfeindlich und wären sogar teilweise ohne Probleme umzusetzen; wir werden als Armee des Volkes unsere Einheiten nicht gegen diese Menschen einsetzen, schon gar nicht auf sie schießen. Nach außen hin haben wir diese abgestimmte gemeinsame Haltung nicht propagiert. Doch habe ich festgestellt, dass alle mir bekannten Kommandeure eine ähnliche Haltung einnahmen.
Diese Haltung konnte ich dann bald nach Beendigung des Lehrganges bei Problemen mit Bürgerrechtlern am Standort Peenemünde beweisen.

**Dr. Heinemann:** Als Sie angetreten sind als Chef der VM, und Sie durchaus davon ausgingen, dass es Ihre Aufgabe war, diese Volksmarine, diese NVA in eine bessere, aber in eine fortdauernde Existenz zu führen, taten Sie dies nicht mit dem Gedanken des Überführens in die Bundeswehr, sondern in dem Gedanken des Militärreformkurses?

**Antwort:** Ja, so war es. Wir gingen mit Enthusiasmus an die Aufgabe, eine völlig neue Flotte schaffen zu können. Gleich nach meinem Antritt in der neuen Funktion empfing mich Admiral Hoffmann im Gästehaus bei Strausberg, wo er mit mir in ungezwungener Atmosphäre das mögliche Konzept zur Umgestaltung der VM diskutierte. Die Grundidee kam von Admiral Hoffmann und war, ausgehend von einer strikt auf Landesverteidigung orientierten Militärdoktrin, der VM die Verteidigung der Küste komplett zu übertragen. Dazu sollten 1-2 Flottillen bestehend aus Patroullienbooten, Minensuchern und U-Bootabwehrschiffen gebildet werden. Zusätzlich sollte ein Küstenverteidigungsregiment (bisher das MSR 28 in Rostock) ein Flugzeuggeschwader (bisher das JG 9 in Peenemünde), sowie Teile eines Fla-Raketenregiments der VM unterstellt werden. Damit wäre der Chef der VM voll verantwortlich für die Verteidigung des Küstenstreifens des Landes geworden. Dieses Konzept lehnte sich an das Schwedische System der Landesverteidigung an, welches mir während des von mir geleiteten Flottenbesuches in Göteborg 1988 von dem dortigen Distriktchef, einem Kapitän zur See der Schwedischen Marine, erläutert wurde.
Wir machten uns mit Eifer an die Ausarbeitung der neuen Struktur. Später habe ich trotz anders lautender Anzeichen versucht, die Struktur in die Praxis umzusetzen. Es gelang mir, das MSR 28 von den Landstreitkräften (LaSK) am 28. Februar 1990 zu übernehmen. Nach einer Zeremonie mit Übergabe der Truppenfahne an mich zogen sich die bisherigen „Landser“ um und paradierten anschließend mit ihren Panzern und Geschützen in Matrosenuniform mit sichtlichem Stolz an den Chef der VM vorbei. Später, im September 1990, bei der Aufnahme des Bestandes der VM durch Admirale der Bundesmarine, war man bei weitem nicht erfreut über dieses Erbe.
Während der Chef der LaSK, Generalleutnant Skerra, froh war, wenigstens teilweise von „seinem Laden“ entlastet zu werden, weigerte sich der Chef der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LSV), Generalleutnant Berger, hartnäckig, mir das JG 9 zu unterstellen. Admiral Hoffmann hielt sich aus unseren kleinen Machtkämpfen heraus. Aus Anlass der Vereidigung der NVA-Angehörigen am 20. Juli 1990, hatte ich befohlen, dass das Personal des Jagdbombengeschwaders in Rostock-Laage, welches zwar zu den LSK/LV gehörte, der VM im Verteidigungsfall jedoch operativ unterstellt war, in Marineuniform umzukleiden sei und den Eid in dieser Uniform abzulegen habe. Ich wollte an der Zeremonie teilnehmen. Wutentbrannt rief mich General Berger kurz vor der Vereidigung an und sagte zu mir: „Ich verbiete dir, bei der Vereidigung zu erscheinen, ansonsten werde ich dich vom Platz jagen“. Ich verzichtete auf das Erscheinen, doch die Umkleidung des Personals wurde nicht mehr rückgängig gemacht. Nichtsdestotrotz verstehe ich mich mit General Berger noch heute bestens.
So führten unsere Restrukturierungsversuche der VM dazu, dass Matrosen und Seeoffiziere sowohl Panzer als auch Flugzeuge führten, was dann letztendlich nicht im Sinne der von Bonn geplanten Maßnahmen war.

*Abbildung (Teil 8, S. 31): 18./19.06 - Besuch von Minister Eppelmann in der 4. Flottille*

**Dr. Nägler:** Wie ging es weiter und wie revidierten sich dann diese Vorschläge?

**Antwort:** Zunächst wussten wir als Führung der NVA gar nicht, ob wir nach dem Wahlsieg der CDU und der Ernennung des ehemaligen Pfarrers, Dissidenten und Wehrdienstverweigerers als Minister für Abrüstung und Verteidigung überhaupt noch im Amt bleiben würden. Das Wort Abrüstung im Titel Eppelmanns ließ uns befürchten, dass die NVA ab sofort abgewickelt werden würde.
Als wir dann in das Verteidigungsministerium anlässlich der Übernahme der Geschäfte durch Eppelmann befohlen wurden und sich vorher alle leitenden Generale und Admirale einschließlich unseres bisherigen Verteidigungsministers, Admiral Hoffmann, trafen, dachten die meisten von uns, dass wir nun verabschiedet werden würden. Doch zu unserer Überraschung bestätigte Eppelmann nicht nur die gesamte militärische Führung, einschließlich Admiral Hoffmann als Chef der NVA im Amt, sondern fand noch wohlwollende Worte über das bisher Geleistete und sprach von „preußischen Tugenden“, wie Fleiß, Pflichtbewusstsein, Loyalität, die auch die NVA-Offiziere auszeichnen würden. Gewöhnungsbedürftig war für uns, dass uns nun Zivilisten, die zudem bis auf eine Ausnahme mit Militär und Militärpolitik überhaupt nichts „am Hut“ hatten, führen sollten. Eppelmann selbst und seine Staatssekretäre haben zu keinem Zeitpunkt ein geschlossenes Konzept zur Reform der NVA vorgelegt. Über Interviews und andere Publikationen hörten wir solche Schlagwörter, wie „ein Staat, zwei Armeen“ u.a. Thesen. Offensichtlich war dies eine Folge, der noch nicht klar gewordenen Absichte der SU, besonders Gorbatschows, zum Problem eines vereinigten Deutschlands, welches aus zwei Teilen entstehen würde, die jeweils anderen Militärbündnissen angehörten.
Eppelmann gab zu verstehen, dass er damit rechnet, dass die NVA noch längere Zeit als selbständige Armee existieren würde. Darauf haben wir versucht, uns einzustellen und die neuen Strukturen so konzipiert, dass sie sich schrittweise an die Strukturen der Bundeswehr angleichen sollten.

**Dr. Heinemann:** Wie ist der Kontakt mit Mann auf der „Lütjens“ zustande gekommen?

**Antwort:** Nachdem Eppelmann offiziell Kontakte zwischen beiden Armeen freigegeben hatte und dazu die Zuordnung der Führungsebenen, hatte ich mir die Frage gestellt, wer wäre mein Kontaktpartner, der Flottenchef oder der Inspekteur? Mann nahm mir die Entscheidung ab. Plötzlich rief mich Konteradmiral Böhmer, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine, an und schlug ein Treffen mit Admiral Mann vor. Es sollte aber inoffiziellen Anstriche erhalten und nicht in der Bonner oder Rostocker Führungsstelle stattfinden. Da gefiel mir der Vorschlag, sich am 10. Juli 1990 auf der „Lütjens“ zu treffen, recht gut. Da das Treffen im Stützpunkt Kiel stattfinden sollte, fand ich allerdings den Vorschlag albern, in Zivil zu erscheinen, akzeptierte jedoch. Also machte ich mich mit meinem Adjutanten, Oberleutnant Reich, und meinem Kraftfahrer, Fähnrich Norbert Koch, mit unserem alten „Citroen“ auf den Weg. Es war meine erste Fahrt in den Westen und es war schon ein eigentümliches Gefühl als Soldat einfach so die bisherige Grenze zwischen zwei bisher feindlichen Systemen zu überschreiten.

**Dr. Thoß:** Vielleicht noch einmal zu diesem ersten Gespräch. Es werden ein paar wenige Fixpunkte gesetzt. Ist da auch schon irgendetwas besprochen worden über die Menschen, also über die Marineangehörigen nach dem Motto, es wird jetzt alles Bundeswehr, Oder gab es da auch schon ein Gespräch, dass man dann schon, zumindest anteilig, einiges an Marinespezialisten Volksmarine brauchte, um diese ganzen Prozesse überhaupt steuerbar zu machen?

**Antwort:** Ich lege ein Gedächtnisprotokoll als Kopie zu diesem Treffen bei, welches ich persönlich einen Tag später angefertigt habe und dieses wegen der Brisanz seines Inhaltes damals nicht bekannt gemacht habe. Die Brisanz bestand darin, dass mir nach Analyse des Gespräches klar wurde, dass die VM höchst unwillkommen in der neuen Republik sei. Nicht so sehr aus politischen Gründen. Man hatte ja ohne zu zögern den größten Teil des Personalbestandes der Volkspolizei samt Struktur und sogar Personal der Grenztruppen übernommen. Nein, Admiral Mann hatte gerade seine „Konzeption 2000“ für die Deutsche Marine fertig gestellt. Diese besagte im wesentlichen, dass die bestehende Bundesmarine um 50 Prozent abzuspecken sei. Wohlgemerkt, bei der Erarbeitung dieses Dokuments dachte noch keiner an die VM. Ich glaube, Mann hat - auch außer Protokoll - bemerkt: „Ich muss schon um 50 Prozent kürzen und jetzt kommt ihr noch“. Im Verlaufe des Gespräches versuchte ich Mann zu drängen, der VM wenigstens übergangsweise einen Platz und Aufgaben in der neuen Flotte zuzuweisen. Doch wurde mir bedeutet, dass die Politik kaum zusätzliche Mittel dafür bereitstellen würde. Eine letzte Chance, für das Weiterleben von Teilen der VM sah ich darin, wenigsten einen Stützpunkt und einige Ausbildungs-, Kommando- und Logistikeinheiten aus unserem Bestand zu nutzen. Admiral Mann sprach zunächst davon, basierend auf seiner „Konzeption 2000“ weiterhin in der Ostsee nur die Strukturen der alten Bundesmarine in Schleswig-Holstein zu nutzen. Bei aller Sparsamkeit, das „Konzept 2000“ könne wohl kaum 1zu1, wie geplant, unter den sich dramatisch veränderten Bedingungen in Deutschland und der Ostsee umgesetzt werden, versuchte ich einzuwenden. Zum Ende des Gesprächs schälte sich heraus, dass der Admiral bereit wäre, in Warnemünde-Hohe Düne den Stützpunkt der ehemaligen 4. Flottille zu nutzen, eine Ausbildungseinrichtung in Stralsund zu übernehmen und möglicherweise das Marineamt von Wilhelmshaven nach Rostock-Gehlsdorf, dem bisherigen Kommando der VM, zu verlegen. Über die Verwendung von Marinespezialisten in der zukünftigen Marine wurde zwar gesprochen, doch stellte dies nicht das Hauptproblem für mich dar. Das Hauptproblem, welches ich sofort vor Augen hatte, war: Was wird aus den vielen Berufssoldaten nach ihrer Entlassung. Schon die bisher relativ geringe Anzahl der Entlassungen hatte zu vielen persönlichen Härtefällen geführt. Ich glaube auch, dass Admiral Mann - wie andere Militärs auch noch - glaubte, wir würden mit Vergütungen, wie in der Bundeswehr üblich, oder auf ähnlichem Niveau, entlassen. Ich erinnere mich noch an ein Treffen mit Hartmut Perschau, CDU, damals Europaabgeordneter. Der wollte Wahlkampf in der VM betreiben, was ich nicht nur ihm, sondern allen anderen Parteivertretern untersagt habe. Er versuchte mich, für die CDU zu begeistern und damit für eine schnelle Vereinigung beider Staaten. Sein Hauptargument: „Nach der Vereinigung unterliegen sie als Soldat, wie alle Bürger den Gesetzen der BRD. Stellen sie sich mal vor, wie Ihre Pensionen aussehen werden“
Ich glaube Admiral Mann wurde erst hellhörig, als er am 05.09.1990 seinen ersten Besuch im Kommando der VM und in der 4. Flottille machte und nun ohne Vorwarnung an mich offiziell vor allen Kommandeuren verkündete, dass mit dem Tage der Vereinigung im Prinzip die Flotte angebunden würde. In einem persönlichen Gespräch mit mir fragte er mich, was ich nach dem 3. Oktober zu tun gedenke Ich habe geantwortet, dass ich wahrscheinlich zunächst zum Arbeitsamt müsste. Seine verwunderte Frage war, Sie bekommen doch sicherlich eine Pension? Was ich schulterzuckend verneinte. Daraufhin rief Admiral Mann noch aus meinem Büro in Wilhelmshaven an. Dort befand sich offensichtlich eine Gruppe von Reserveoffizieren der Marine, die alle in der Wirtschaft in mittleren und höheren Positionen tätig waren. Ich glaube er sprach mit Korvettenkapitän der Reserve, Rolf Huhn, ein Bankdirektor aus Frankfurt a. M.. Admiral Mann bat ihn und seine Kollegen, sich der zu entlassenen Berufssoldaten der VM anzunehmen und Arbeitsstellen in Industrie und Wirtschaft zu vermitteln. Später ließ Admiral Mann im ehemaligen Kommando der VM eine Vermittlungsstelle für ausscheidende Berufssoldaten einrichten. Kapitän zur See Reiss kam aus Bonn und kümmerte sich intensiv um diese Fragen. Da ich nach meinem Ausscheiden aus der VM noch als Berater im KVM ein Büro hatte, versuchte ich in Zusammenarbeit mit diesem Büro ebenfalls Stellen zu vermitteln. Doch da mein „Operationsgebiet“ die ehemalige DDR war, konnte ich nur einige Lehrgänge vermitteln. Herr Huhn, Konteradmiral a.D. Steindorff und viele andere dieser Marineoffiziere der Reserve haben in Zusammenarbeit mit der Bundesmarine Hunderte von Berufssoldaten der ehemaligen VM in der Wirtschaft untergebracht. Die meisten haben sich bewährt. Mit Rolf Huhn und Kapitän Reiss habe ich mich später angefreundet. Leider ist Rolf Huhn viel zu früh verstorben.
Ich selbst konnte meine erste Stelle in der Wirtschaft im Westen als Leiter der Stabsabteilung „Strategie Ost“ beim Bremer Vulkan Verbund auf persönliche Empfehlung von Admiral Mann antreten. Inzwischen arbeite ich bei der MAN TURBO AG als Verkaufsleiter für das Gebiet um das Kaspische Meer und die Türkei.
Mir wurde eine Zahl genannt, die besagt, dass durch die Bemühungen der Marine der BRD und ihrer Reservisten in der Wirtschaft über 400 ehemalige Berufssoldaten der VM eine neue Existenz gefunden haben sollen.

*Abbildung (Teil 8, S. 33): 03./04.09 - Eine Führungsgruppe der Bundesmarine trifft ein*

**Dr. Heinemann:** Sie sagen, es war ein ziemlicher Schlag in die Magengrube, als der Admiral Mann sagte, die Schiffe binden wir an. Aus Ihrer Schätzung der Waffensysteme der VM heraus, hätten Sie sich vorstellen können, dass bestimmte Waffensysteme, wie z.B. die MIG 29 der LSK/LV, die ja noch lange in der Bundeswehr geflogen sind, ja dass bestimmte Waffensysteme durchaus eine Rolle spielen könnten?

**Antwort:** Seit dem Scheitern der Konzeption „Ein Staat-zwei Armeen“ und den Ankündigungen von Admiral Mann, dass wir als VM qualitativ und vor allem quantitativ nicht in sein Konzept passen würden, war mir klar, dass es für die VM keine Perspektive für eine längere Existenz geben würde. Allerdings war es wirklich wie ein Schlag in die Magengrube, als er bei seinem ersten und letzten Besuch der VM am 5. September 1990 allen versammelten Kommandeuren der VM ohne Vorwarnung an mich verkündete, dass ab dem 3. Oktober alle Schiffe angebunden würden. Wir hatten alle noch die Hoffnung, dass ein gleitender Übergang in die Bundesmarine möglich wäre. Ich lege die auch hierzu persönlich angefertigte Aktennotiz als Kopie bei (Anlage 2). Der Kernsatz in dieser Aktennotiz lautet: „Die Hauptlinie ist, den gesamten „Fuhrpark“ (der VM) stillzulegen und außer Dienst zu stellen“. Ich war sehr betroffen und regelrecht aufgebracht und versuchte Minister Eppelmann zu erreichen, um eine Übergangsregelung auf politischem Wege zu erwirken. Dieser war nicht mehr erreichbar, ich habe ihn auch seit dem nie mehr persönlich sprechen können. Staatssekretär Ablaß unterstützte mich insofern, als er mir kurzfristig einen Gesprächstermin mit einem höheren zivilen Beamten des BMVg in Strausberg machte. Den Namen und die Position dieses Herren habe ich mir nicht gemerkt. Ich erinnere mich nur, dass er von meinen zornigen Vorhaltungen, dass man so nicht mit Menschen verfahren könne, die ihr ganzes bisheriges Leben der Seefahrt und der VM gewidmet hätten usw. beeindruckt zu sein schien Er wirkte regelrecht betroffen und nachdenklich. Ich weiß nicht, ob mein „letztes Gefecht“ für die VM etwas bewirkt hatte, oder ob Admiral Mann selbst die Initiative ergriffen hatte. Auf jeden Fall ging kurz darauf ein Fernschreiben von Admiral Mann ein, mit der Bitte, 11 Schiffe aufzulisten, die auch nach dem 3. Oktober in Dienst bleiben sollten. Damit war zunächst ein Weiterexistieren der wichtigsten operativen und logistischen Strukturen der ehemaligen VM erreicht. 11 Schiffe benötigen vom Prinzip her das gleiche System wie 110 Schiffe. Offensichtlich habe ich die Position und den politischen Einfluss des „Zivilisten aus Bonn“ in Strausberg unterschätzt.

**Dr. Nägler:** Ganz kurz zurück zu dem anbahnenden Kontakt. Haben Sie Ihrerseits versucht, auch inoffiziell Verbindung mit Vertretern der Bundesmarine aufzunehmen?

**Antwort:** Nein, dazu war ich noch zu sehr Soldat. Im Gegenteil, ich habe versucht Kontakte, die ohne Genehmigung hergestellt wurden, zu unterbinden. Nach wie vor, war ich bestrebt, alle Prozesse der Umwandlung unserer Flotte unter Kontrolle zu halten. Ich war nicht gegen Kontakte, sondern gegen so genannte wilde Treffen. So kam es zu einem privat organisierten Treffen von Angehörigen unseres Kampfschimmerkommandos (KSK) mit Angehörigen der „Partnereinheit“ der Bundesmarine, ich glaube aus Eckernförde im Garten eines KSK- Angehörigen in Kühlungsborn. Bei einem „Wetttrinken“ auf dieser Party kam ein Offizier unseres KSK ums Leben. Wir, die leitenden Offiziere der NVA, drängten Eppelmann ab April 1990, eine Richtlinie zu geordneten Kontakten herauszugeben, was dann auch bald geschah. Erst danach konnte ich mich dann auch mit Admiral Mann treffen.

**Dr. Heinemann:** Bei Ihrem Besuch auf der „Lütjens“, hat man Ihnen das Schiff gezeigt? Hatten Sie das Gefühl, dass es noch Vorbehalte gab, dass man Ihnen bestimmte Dinge auch nicht zeigte oder dass man versuchte, Sie von Sachen fern halten?

**Antwort:** Zunächst wurde ich mit den üblichen seemännischen und militärischen Ehren an der Stelling begrüßt. Ein Offizier hatte uns schon an der Grenzübergangsstelle bei Lübeck in Empfang genommen. Da die Zeit drängte, haben Admiral Mann und ich uns bald in die Kommandantenkammer zum besagten „Vieraugengespräch“ zurückgezogen. Inzwischen konnte sich Oberleutnant Reich das Schiff bis hin zur Operationszentrale ansehen. Doch soweit ich mich umgesehen hatte, kam mir als ehemaliger Artillerist auf dem Küstenschutzschiff (KSS) des russischen Typs „Riga“ der Schiffsbetrieb und die Technik irgendwie bekannt vor. Ich erinnerte mich, wie wir mit unserem KSS eines Nachts die „Lütjens“ am Fehmarn Belt abgefangen und durch die Operationszone der VM begleitet haben. Damals war ich junger Wachoffizier auf der Brücke des KSS. Nun stand ich als Admiral auf der Brücke der „Lütjens“.

*Abbildung (Teil 8, S. 34): 02.10.1990 - „Holt nieder Flagge“ (letzte Musterung im KVM)*

**Dr. Heinemann:** Wenn Sie jetzt zurück blicken auf diese wechselhafte Karriere als Marineoffizier, gibt es Punkte, wo Sie zurück blicken und sagen, das würde ich jederzeit wieder machen, zu wissen, das ist ein Beruf mit dem Sie zur See fahren können, das würden Sie jederzeit noch einmal machen, oder gibt es Punkte, wo Sie sagen, eigentlich im nachhinein hätte ich es lieber anders gesehen?

**Antwort:** Natürlich erfüllt es mich mit Stolz, dass es mir vergönnt war, den Weg vom Matrosen bis zum Admiral und Chef der Flotte zu gehen. Der Weg verlief nicht geradlinig. Auch deswegen nicht, weil ich niemals vordergründig auf den nächst höheren Posten geschaut habe, sondern meine Aufgabe, die ich gerade zu erfüllen hatte, mit ganzem Einsatz erfüllte und Auseinandersetzungen nicht scheute. Ich habe mich bei möglichen Versetzungen um solche Aufgaben bemüht, die darin bestanden, direkt mit Menschen zu arbeiten und immer noch viel mit Seefahrt zu tun hatten. Unser letzte Kaderchef der VM, Kapitän zur See Pahlig, sagte einmal zu mir: „Hendrik, wenn man deinen dienstlichen Werdegang betrachtet, so könnte man glauben, du wärst speziell für die Position des Chefs der VM vorbereitet worden“. Wir hatten in der VM kein Rotationsprinzip für Führungskräfte. Allerdings habe ich so eine Rotation unbeabsichtigt durchlaufen. Ich habe in allen 3 Flottillen gedient, auf LTS-Booten in Dranske in der 6. Flottille, in der 4. Flottille in Warnemünde als Artillerist auf KS-Schiffen, als Kommandant auf Minensuchern und auf KSS der „KONI-Klasse“, als leitender Operativoffizier im Flottillenstab der 4. Flottille, als Stabschef einer Sicherungsbrigade, später als Stabschef der 1. Flottille und danach als Flottillenchef und letztendlich - geboren aus den Wirren der Wendezeit - Chef der VM. Wenn ich meinen Lebensweg bis dahin in Frage stellen müsste, dann kann das nur im Zusammenhang mit in Frage Stellung des gesamtgesellschaftlichen Experiments des Aufbaus des Sozialismus geschehen. Diejenigen Bürger der DDR, die ernsthaft und mit persönlichem Einsatz solche Idealen hatten, wie soziale Gerechtigkeit, menschliche Beziehungen zu schaffen, frei von jeglichem Statusgehabe; Menschen, die das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellten und als Soldat vor allem die Bewahrung des Friedens in Zeiten atomarer Bedrohung als wichtigste Aufgabe ansahen, haben nach und nach resigniert und erst in der letzten Phase der Existenz der Sowjetunion und der DDR erkannt, dass dieses System vor allem wirtschaftlich nicht überlebensfähig war. Das Kapital hatte über alle schönen sozialistischen Utopien gesiegt. Der Kapitalismus ist zwar moralisch, besonders hinsichtlich des Verhaltens der Menschen untereinander, bei weitem nicht besser zu bewerten. Doch ist dieses System wirtschaftlich und politisch extrem anpassungsfähig und gibt der Gesellschaft und dem Einzelnen viel mehr Spielraum für seine Entfaltung, benachteiligt jedoch massiv die Schwächeren.

**Dr. Heinemann:** Auch ein Blick auf die Krawatte verrät Sie.

**Antwort:** Ja, das ist eine Krawatte meines derzeitigen Arbeitgebers, der MAN Turbomaschinen AG. Denn inzwischen führe ich ein „zweites Leben“ als Manager in der westlichen Wirtschaft. Ich war auch in diesem zweiten Leben, wie schon gewohnt, wieder einmal einigen Wirren und Zusammenbrüchen ausgesetzt. Meine erste Stelle beim Bremer Vulkan Verbund ging nach 4 Jahren Tätigkeit verloren, weil dieses Untenehmen Bankrott machte. Danach fand ich über Zwischenstationen Arbeit bei einer englischen Firma, den „RACAL ELECTRONICS“, die u. a. mit meiner Hilfe den Markt der GUS erschließen wollte. Diese Firma wurde später scheibchenweise verkauft und ich wurde zunächst arbeitslos. Allerdings war ich nun außer in Russisch auch in Englisch „geschäftsfähig“. Ein ehemaliger Offizier der VM, Fregattenkapitän Fritz Schmökel, mit dem ich seit unserer gemeinsamen Bordzeit auf KSS in der 4. Flottille befreundet bin, hat mich dem Management der MAN TURBO AG empfohlen, als man einen „Regionalleiter Vertrieb“ für die ehemaligen asiatischen Sowjetrepubliken, die Türkei und den Iran suchte. Dort hat man mich immerhin noch im Alter von 56 Jahren eingestellt. Persönlich dafür eingesetzt hat sich der Vorstandsvorsitzende, Dr. Bohnenkamp, der sich, wie schon wie bei der Einstellung von Fritz Schmökel, ausdrücklich für einen ehemaligen Offizier der VM entschieden hatte. Inzwischen konnte ich - angefangen bei Null - ein Vertriebssystem in dieser Region aufbauen und dazu beitragen, dass Kompressoren und Gasturbinen für den Gastransport im Werte von zig Mio. EURO verkauft wurden.

— Hendrik Born
